Neuer Kampfname für Greve-Töbelmann (Grüne): Henning der Verhinderer

Zoff ums Bauen auf dem Dorf

So könnte das Baugebiet Westlich der Wachendorfer Straße einmal aussehen. Der Plan spiegelt im Prinzip die Strukturen des angrenzenden Baugebiets Rethweg. Grafik: Stadt Syke, Wolfram Schneider, Bearbeitung: Michael Walter
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So könnte das Baugebiet Westlich der Wachendorfer Straße einmal aussehen. Der Plan spiegelt im Prinzip die Strukturen des angrenzenden Baugebiets Rethweg. Grafik: Stadt Syke, Wolfram Schneider, Bearbeitung: Michael Walter

Syke – Bauen auf dem Dorf muss möglich bleiben: Das ist die Meinung der überwiegenden Mehrheit in der Syker Kommunalpolitik. Lediglich die Grünen stemmen sich dagegen und bewerten selbst kleinste Bauvorhaben als „katastrophal“.

Diesen Ausdruck gebrauchte jüngst Grünen-Ratsmitglied Henning Greve-Töbelmann, als es im Bauausschuss um die Aufstellung eines Bebauungsplans für Gödestorf ging. Im Bereich Specken möchte ein Investor zwei bis drei Baugrundstücke realisieren. Der Ortsrat ist dafür. „Wir wollen das Bauen im Dorf ermöglichen“, sagt Ortsbürgermeister Andreas Schmidt.

Für den Specken würde er das allerdings an bestimmte Bedingungen knüpfen. „Die Größe der Grundstücke muss sich an denen der Nachbargrundstücke orientieren.“ Von daher seien eher zwei als drei Bauplätze realistisch. „Es darf keine Mehrfamilienhäuser geben, und die Häuser müssten eine ortsbildtypische Gestaltung haben.“ Unter diesen Umständen könnte sich der Ortsrat die Aufstellung einer Innenbereichssatzung und anschließend eines Bebauungsplans vorstellen. Nicht so die Grünen.

Das Vorhaben sei „katastrophal“, fand Henning Greve-Töbelmann und sprach von einer „Bungalowsiedlung“. Wenn überhaupt, dürften dort „nur historische Bauformen wie Fachwerk“ erlaubt werden und die Politik müsse dem Investor „viel mehr Vorgaben“ machen.

Für Empörung sorgte beim Ortsbürgermeister der Vorwurf Greve-Töbelmanns, der Ortsrat habe das Thema anscheinend nicht gründlich genug bearbeitet. Andreas Schmidt: „Das ist schon verwerflich, wenn du uns erzählen willst, der Ortsrat hätte sich nicht damit beschäftigt.“

Um gleich 10 bis 15 Bauplätze geht es beim Baugebiet Westlich der Wachendorfer Straße. „Der Ortsrat ist einstimmig dafür. Auch die Grünen“, unterstrich Ortsbürgermeister Jochen Harries. Was Henning Greve-Töbelmann nicht daran hinderte, im Ausschuss trotzdem dagegen zu stimmen. Das brachte ihm von Jochen Harries prompt den Kampfnamen „Henning der Verhinderer“ ein.

„Wir wollen, dass junge Wachendorfer in Wachendorf bauen können“, gab Harries die Auffassung des Ortsrats wieder. Die Verwaltung solle prüfen, ob es möglich wäre, ein entsprechendes Vorkaufsrecht einzuräumen.

Greve-Töbelmann hielt dagegen: „Die Dorfentwicklung orientiert sich nicht an der Landschaft. Die schöne Aussicht wird völlig zugebaut.“

Spätestens da war Wilken Hartje (CDU) auf 180. „Sie meckern seit Jahren bei jedem Baugebiet. So könnten wir Syke nie weiterentwickeln“, schimpfte er.

„Das sind halt sensible Gebiete!“, rechtfertigte sich Greve-Töbelmann. „Es gibt andere, die sich besser für eine Bebauung eignen würden. Auch in Wachendorf.“ Auf Hartjes Nachfrage, welche besser geeigneten Gebiete das denn wären, blieb Greve-Töbelmann eine konkrete Antwort jedoch schuldig.

Für beide Gebiete empfahl der Ausschuss mehrheitlich, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Nur als Info-Vorlage zu Kenntnis nehmen musste das Gremium eine Ergänzung zum geplanten Baugebiet Heiligenfelder Kämpe. Dort sollen knapp 30 Baugrundstücke entstehen. Die Verwaltung empfiehlt: Im Zuge der weiteren Umsetzung zu überlegen, welche anderen Gebiete in Heiligenfelde so bleiben sollen, wie sie sind, welche weiterentwickelt werden könnten und ob es sinnvoll wäre, den Ortkern dazu in mehrere Abschnitte zu unterteilen. Ziel: eine Perspektive für die nächsten 25 Jahre.

Von Michael Walter

„Das sind halt sensible Gebiete!“ Henning Greve-Töbelmann von den Syker Grünen.

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