„Genussfabrik“ am alten Barrier Martini-Standort will mit gehobener Gastronomie punkten

Ziel: Reihenweise kulinarische Glücksgefühle

Bild oben: Sarah und Felix Schuldt freuen sich auf den Tag, an dem die „Genussfabrik“ zum ersten Mal Gäste begrüßen kann. Derzeit visiert das Ehepaar die erste Augusthälfte als Tag der Eröffnung an.
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Bild oben: Sarah und Felix Schuldt freuen sich auf den Tag, an dem die „Genussfabrik“ zum ersten Mal Gäste begrüßen kann. Derzeit visiert das Ehepaar die erste Augusthälfte als Tag der Eröffnung an.
  • Frank Jaursch
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Barrien – „Eröffnung demnächst“: Die beiden Worte reichten aus, um in Barrien für das große Rätselraten zu sorgen: Was passiert in dem Gebäude an der B 6, in dem zuletzt Conny’s Schnitzelhaus Gäste bewirtet hatte, das den meisten aber als der alte „Martini“-Standort geläufig sein dürfte? Das Rätsel ist gelüftet: In knapp einem Monat – so der derzeitige Zeitplan – eröffnet dort die „Genussfabrik Syke“.

Hinter dem klangvollen Namen verbirgt sich ein junges Gastronomen-Paar aus der Region: Sarah und Felix Schuldt aus Weyhe hatten mehr als drei Jahre lang das einstige „Gänsebachers“ in Leeste unter dem Namen „Lieblingsköche“ betrieben. Im Dezember 2019 war Schluss – und zwar, so schien es für Außenstehende, von einem Tag auf den anderen. „Das war ein abruptes, unschönes Ende“, räumt Felix Schuldt ein, „aber es ging zu dem Zeitpunkt leider nicht anders.“

Das Aus mussten beide erst mal verdauen, sich wieder sammeln – auch gesundheitlich. Doch nach einigen Monaten wuchs die Lust, es noch einmal zu versuchen. „Wir vermissen unsere Gäste“, erklärt Sarah Schuldt lächelnd, „wir vermissen dieses Leben. Und wir wollen es zurückhaben.“

Auf der Suche nach der richtigen Location für ihr Vorhaben machten Freunde sie auch auf das leer stehende Barrier Lokal direkt an der Bundesstraße aufmerksam. „Eine wahnsinnig gute Lage“, findet Felix Schuldt. Aber das ist eben nur die halbe Geschichte. „Wahnsinnig“ war schließlich auch der Aufwand, der vor einer Eröffnung auf die beiden wartete. Die Küche war nicht mehr zu retten, auch die Schankanlage musste komplett ausgetauscht werden. Der gesamte Innenbereich präsentiert sich in hellerem Ambiente als in der Vergangenheit. Die mächtige Theke sorgt aber dafür, dass Alteingesessene sofort erkennen, wo sie sich befinden. „Wir wollten einiges erhalten“, betont Felix Schuldt. „Es ist schließlich eine Traditionsgaststätte.“

Am Ende aber entschied das Duo sich für einen konsequenten Weg. „Wir gehen voran“, erklärt Felix Schuldt, der als Küchenchef für das verantwortlich ist, was auf den Tellern der Gäste landet.

Das Ehepaar hat klare Vorstellungen, in welche Richtung die kulinarische Reise in der Genussfabrik gehen soll. „Wir wollen nicht die Masse, wir sind für die Klasse da.“ Das heißt auch, dass die Zahl der Tische sich auf einem niedrigeren Niveau bewegt als in der Vergangenheit – auch, aber nicht nur wegen Corona. „Wir können den Anspruch nur bis zu einer bestimmten Gästezahl leisten“, sagt Sarah Schuldt, deren Reich der Servicebereich ist.

Dieser Anspruch soll sich auch in dem Namen ihres Restaurants wiederfinden. Zunächst war die Idee eine völlig andere: „Küchenwerkstatt“ sollte es heißen, in Anlehnung an das gleichnamige Hamburger Sternerestaurant. Das Problem: In unmittelbarer Nachbarschaft steht ein Imbiss, der „Speisewerkstatt“ heißt.

„Das funktioniert so natürlich nicht“, sagt Felix Schuldt. Die beiden machten sich auf die Suche nach einem neuen, einprägsamen Namen – und wurden mit der „Genussfabrik“ fündig. Essen „vom Fließband“ soll es nicht geben, eher reihenweise kulinarische Glücksgefühle an den Tischen. Das Gastronomenpaar arbeitet mit der Fleischerei Behrens zusammen, will vor allem auf regionale und saisonale Produkte setzen. „Keine Tiefkühlware, kein Convenience“, verspricht Felix Schuldt. Stattdessen „tolle Steaks, frischen Fisch, Bowl-Gerichte und Muscheln, Risotto und Pasta, Salate – „und unseren Burger wird’s auch wieder geben“.

Den wollten viele Stammgäste der „Lieblingsköche“ auch am neuen Standort nicht missen. Für Restaurantbesucher, die daheim noch „Lieblingsköche“-Gutscheine liegen haben, hat Schuldt ein besonderes Angebot: „Sie können herkommen und ihn hier einlösen oder gegen einen Genussfabrik-Gutschein eintauschen.“

Bis es so weit ist, gibt es noch viel zu tun für das Weyher Ehepaar. „70 Prozent haben wir geschafft“, schätzt der 26-Jährige. Doch im Lokal selbst sind einige Ecken noch nicht auf Vordermann gebracht, auch der Außenbereich muss noch hergerichtet werden. Es gilt zahlreiche Gespräche zu führen – mit potenziellen Mitarbeitern, mit Lieferanten, mit der Werbeagentur. An den hell getünchten Wänden wäre noch Platz für ein paar großformatige Bilder von einem Künstler aus der Region.

Für das Duo kann die Zeit bis zur Eröffnung gar nicht schnell genug vergehen. „Ich bin so gespannt auf unseren ersten Tag!“, verkündet Sarah Schuldt. Und sie ist sich sicher, dass es auch den Barriern ähnlich geht. „Die Leute warten doch darauf, dass hier wieder was passiert.“

Info

genussfabrik-syke.de

Von Frank Jaursch

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