Trinkwasser höherer Qualität gefordert

Ziel: Gutes Wasser für alle

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Drei der bisher sieben Vereinsmitglieder: Reinhard Platter (v.l.), Ilse Gehrke und Hans-Peter Schröder.

Syke - Von Janna Silinger. Westlich der Bahnschienen ist in Syke alles in Ordnung. Das Trinkwasser kommt dort aus Ristedt. Der Nitratgehalt ist mit 3,3 Milligramm pro Liter gering. Anders sieht es im Osten aus. Dort fließt Mischwasser aus Liebenau und Holterheide durch die Leitungen.

Kein Wasser aus dem Harz, wie viele glauben. Der Wert liegt bei 27,7 Milligramm. Das kommt dem europäischen Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser, der bei 50 Milligramm pro Liter liegt, schon näher. „Das Wasser ist verseucht“, meinen Ilse Gehrke, Reinhard Platter und Hans-Peter Schröder. Die drei haben jetzt einen Verein gegründet und fordern, wie der Name schon sagt: „Syker Wasser für Syke.“

Die drei berichten, dass sie Anfang des Jahres mit Mitgliedern aller politischen Fraktionen Kontakt aufgenommen haben. Lediglich Peter Jahnke (SPD), Ortsbürgermeister von Syke, habe sich mit ihrer Forderung auseinandergesetzt, auch Ost-Syke mit dem besseren Trinkwasser zu versorgen. Nicht einmal die Grünen hätten reagiert, berichtet Platter. „Das bringt einen schon zum Grübeln“, denn es sei ein weiteres Zeichen dafür, dass die Politiker ein neues „Niveau von Trägheit“ erreicht hätten, obwohl dringender Handlungsbedarf bestehe, meinen die drei. Denn Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel.

Niedrige Nitratwerte

Marie Kleine, Pressesprecherin der Harzwasserwerke, die Ost-Syke versorgen, und Manfred Cattau, Geschäftsführer der Wasserversorgung Syker Vorgeest, die das weniger belastete Wasser an West-Syke liefern, halten das für unnötig. Der Nitratwert liegt deutlich unter dem gesetzlich zugelassenen.

Doch die Mitglieder des neuen Vereins wollen sich damit nicht zufriedengeben. Gerade Babys und alte Menschen würden weniger Nitrat vertragen. „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Wasser mit einem Nitratgehalt unter zehn Milligramm“, so Gehrke.

Kleine bestätigte diese Zahl nicht. „Die Schockdosis für Babys, also die Menge an Nitrat, die ein Baby auf einmal verträgt, ohne dass ein Schaden entsteht, liegt bei 50 Milligramm.“

„Auf Dauer kann das krebserregend sein“, sind sich Gehrke, Platter uns Schröder sicher. Und genau deshalb fordert der Verein bis Ende dieses Jahres Ergebnisse. „Ganz Syke kann mit dem Wasser aus Ristedt versorgt werden“, so Schröder. Das sei zwar nicht billig, aber möglich. Eine Alternativlösung käme nicht in Frage. Es könne nicht immer nur ums Geld gehen. Außerdem fordern sie eine Pumpstation – so bald wie möglich.

Wilken Hartje, Mitglied der CDU-Fraktion und Kreislandwirt, verlässt sich auf die Nitratwerte und die Einschätzungen der Folgen. „Ich füttere ja auch meine Schweine mit dem Wasser.“ Wie jeder Landwirt wolle er das beste für seine Tiere. Zudem hebt er die immensen Kosten hervor. „Das Wasser entspricht den EU-Richtlinien. Wieso der Aufwand? Der Grenzwert lag früher sogar bei 100.“

Panikmache des Vereins?

Zwar meint auch er, dass die Werte im Auge behalten werden müssen, doch die Arbeit des Vereins sei „typisch deutsche Panikmache“ und „Jammern auf hohem Niveau“. Hinzu käme, dass Böden sich im Laufe der Jahre auch verschlechtern könnten. „Mal angenommen, wir machen das alles, und dann ist das Wasser plötzlich schlecht? Was dann?“ Um die Trinkwasserleitungen zu sanieren, müssten eh schon Millionen investiert werden.

Marie Kleine fügt hinzu, dass man die Sorgen der Bürger ernst nehme und auch in Zukunft versuchen wolle, mit den Landwirten an zukunftsorientierten und umweltschonenden Lösungen zu arbeiten.

Wilken und Cattau sind sich einig: Die Idee ist schwer umsetzbar. Selbst eine Pumpstation sei ein zu großer Aufwand. „Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion“, meint Wilken.

Doch der Verein hat klare Forderungen. Die Mitglieder haben sich mit der Thematik auseinandergesetzt. Zahlen und Fakten eingeholt und sind überzeugt von ihrem Anliegen: Gutes Wasser – für alle. Wer dem Verein beitreten möchte, kann sich bei Gehrke (04242/3045, d.gehrke@t-online.de), Platter (04242/50869, rplatter@t-online.de) oder Schröder (0172/4204440, h-p.schroeder@t-online.de) melden.

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