Neue Idee

Rosarium in Wachendorf: Zentrum für Artenvielfalt

Thomas Ritter hat die Zuweisungsbescheide in der Hand: Das Rosarium erhält knapp eine Viertelmillion Euro. Ein Teil ist für den Aufbau des historischen Fachwerkhauses, das im Hintergrund wächst, ein anderer Teil für das Projekt Artenschutz und Umweltbildung. Johann Meyer (Mitte) und Manfred Rinas freuen sich mit ihm. - Foto: Heinfried Husmann

Wachendorf - Von Michael Walter. Zur Viertelmillion hat es nicht ganz gereicht: Genau 249 500 Euro Zuschuss bekommt die gemeinnützige Betriebs-GmbH des Rosariums in Wachendorf. Das gab Geschäftsführer Thomas Ritter gestern bei einem Pressegespräch bekannt.

Das Geld stammt aus Fördermitteln des Landes und der EU und ist für zwei unterschiedliche Vorhaben bestimmt: 159 500 Euro gibt es für das Projekt Artenschutz und Umweltbildung, genau 100 000 Euro sind für den Aufbau des historischen Fachwerkhauses bestimmt, das einmal Besucher-Informationszentrum und Seminarhaus werden soll.

„Die pflanzliche Artenvielfalt im ländlichen Raum ist stark rückläufig“, erklärt Thomas Ritter. „Viel stärker als im städtischen Umfeld.“ Die zunehmende „Vermaisung“ wegen der Biogas-Anlagen, Monokulturen und die Industrialisierung der Landwirtschaft sind für ihn die Hauptursachen dafür.

Im Rosarium wollen er und seine Mitstreiter dem ein Stück weit entgegen wirken. Etwa mit der Anpflanzung bedrohter einheimischer Gehölze. Konkret sind beispielsweise eine Streuobstwiese sowie ein Lehr- und Trainingsgarten geplant. Schwerpunktmäßig für die Arbeit mit Behinderten, grundsätzlich aber offen für alle Besucher.

„Dadurch wollen wir uns in der Umweltbildung noch breiter aufstellen“, sagt Ritter. „Langfristiges Ziel ist, im Rahmen unserer Arbeit ein norddeutsches Zentrum für Artenvielfalt zu schaffen. Und wir merken gerade, dass wir damit offene Türen einrennen.“

Der Zuschuss dafür ist an die Verwendung ganz bestimmter Pflanzen gebunden. „Für die Streuobstwiese müssen wir zum Beispiel typische alte einheimische Obstsorten benutzen.“ Und ganz grundsätzlich standorttypische Gewächse, deren natürlicher Lebensraum zunehmend bedroht ist. Ritter: „Wir haben dafür eine Reihe regionaler und überregionaler Partner als Berater.“

Eröffnung erst ab 2019

Ansonsten liegt der Fokus der Rosarium-Betreiber derzeit eindeutig beim Aufbau des historischen Fachwerkhauses: Ein barockes Zweiständerhaus, das ursprünglich einmal bei Osnabrück gestanden hat. „Das war sogar denkmalgeschützt“, erzählt Johann Meyer, zusammen mit Manfred Rinas und Detlev Wolters einer der geistigen Väter der Rosarium-Idee. „Es ist aber trotzdem abgebrochen worden, weil die Bausubstanz wirtschaftlich nicht mehr sanierbar war.“

Im Rosarium wird es nun das zentrale Gebäude. Manfred Rinas: „Das Fachwerk steht schon größtenteils. Den Zuschuss haben wir für die Fertigstellung der Außenhülle erhalten.“

Ein durchaus kniffliges Vorhaben. Thomas Ritter erklärt: „Normalerweise würde man die Wände jetzt einfach mit Lehm ausfachen. Das geht hier nicht. Wir haben einen öffentlichen Bau, und damit strenge Vorschriften. Wir müssen den Brandschutz beachten. Dazu ist ein Treppenhaus aus Stahlbeton erforderlich. Das mit der historischen Substanz zu verbinden, ist die eigentliche Kunst.“

Einen Eröffnungstermin für das Rosarium gibt es noch nicht. Erste öffentliche Veranstaltungen sind für den Sommer geplant. 2018 soll es das erste richtige Jahresprogramm geben. Bis 2019 wird auf jeden Fall noch Sand auf dem Gelände abgebaut. Erst danach wird eröffnet.

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