„Zeigefingerstücke sind nicht so mein Ding“

Detlev Petersen macht mit TES Weihnachtsstücke fürs Syker Theater

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Detlev Petersen (vorn) ist mit dem Theater-Ensemble Syke (TES) seit 2014 ein fester Bestandteil in den Theaterplanungen – zur Freude von Kathrin Wilken und Thomas Kuchem von der Stadtverwaltung. In diesem Jahr gibt es „Urmel aus dem Eis“ zu sehen.

Syke - Von Frank Jaursch. Wie krieg ich das Urmel aus dem Ei? Mitunter muss sich Detlev Petersen schon mit ziemlich absurden Problemstellungen befassen. Dafür wird der Heiligenfelder allerdings auch mit einem außergewöhnlichen Luxus belohnt: Viele der Ideen, die in seinem Kopf entstehen, sind irgendwann tatsächlich zu sehen – auf der Bühne des Syker Theaters. Petersen inszeniert mit dem Theater-Ensemble Syke (TES) die Weihnachtsstücke. Und in diesem Jahr dreht sich alles um ein grünes Dino-Baby.

„Urmel aus dem Eis“ ist das vierte Stück, das exklusiv für das Syker Theater auf die Beine gestellt wird. In den vergangenen Jahren waren die Theaterbesucher in der Adventszeit in den Genuss von Pippi Langstrumpf (2014), Peter Pan (2015) und Aladdin (2016) gekommen.

„TES hat eine Riesenentwicklung gemacht“, findet Kathrin Wilken, Kulturbeauftragte der Stadt, anerkennende Worte. Im Jahr 2011 hatte sich aus den Reihen der Heiligenfelder Theaterkiste die Gruppe gebildet, die später zu TES werden sollte.

In diesem Jahr: „Urmel aus dem Eis“

Der Anspruch war schon damals, ein ganzes Stück professioneller zu arbeiten. „Man musste liefern, und es musste gut sein“, so Petersen. Er wollte Stücke schreiben, die Kinder ansprachen, aber eben nicht nur Kinder. Er schrieb bekannte Geschichten um, baute Figuren ein, „die für Erwachsene spannend sind“. Dabei sollte der Spaß im Mittelpunkt stehen und kein pädagogischer Anspruch: „Zeigefingerstücke sind nicht so mein Ding.“

Das Niveau stieg von Jahr zu Jahr – und damit auch die Herausforderung an die Schauspieler, an Maske, Requisite und Kulisse. „Mittlerweile werden 80 Prozent unserer Kostüme extra für uns angefertigt“, nennt Petersen ein Beispiel. Und auch das Bühnenbild erreicht immer neue Qualitäten. „Manchmal geht's dann mit mir durch“, lacht er. Wie aktuell bei der Hütte auf der Insel Titiwu: „Die müsste schon aus Bambus sein“, so die Prämisse des Regisseurs.

Von der Idee in seinem Kopf bis zur Aufführung auf den Syker Theaterbühnen geht das Stück durch eine lange Metamorphose: Ideen werden verworfen und verändert, neue Vorschläge besprochen. Manchmal müssen Techniker oder Bühnenbauer der Fantasie Grenzen setzen, manchmal kommt von den beteiligten Gewerken die Lösung für ein Problem. Zum Beispiel, wie Urmel letztlich wirklich aus dem Ei kommt...

1500 Karten sind bereits verkauft

Die Stadtverwaltung ist froh und ein bisschen stolz auf die Zusammenarbeit. Und dafür bereit, einen Teil des Theater-Budgets zu investieren. In diesem Jahr noch ein bisschen mehr als in der Vergangenheit: Denn die Resonanz auf das aktuelle Stück ist enorm. Rund 1500 Karten habe man bereits verkauft, berichtet Erster Stadtrat Thomas Kuchem. Das ist um ein Vielfaches mehr als im vergangenen Jahr.

Die Steigerung hat einen Grund: Gezielt habe man in diesem Jahr in den Syker Grundschulen nachgefragt. „Wir können die Schulen natürlich nicht zwingen“, sagt Kuchem. „Aber es ist schon schwierig nachvollziehbar, wenn eine Schule, für die das Theater fußläufig erreichbar ist, zum Weihnachtstheater nach Bremen fährt.“

Am Montag, 11. Dezember, um 9.30 Uhr ist die Premiere und erste von insgesamt sechs Schul-Aufführungen. Am 16. und 17. Dezember (jeweils ab 15 Uhr) gibt es darüber hinaus offene Familien-Aufführungen.

Karten gibt es zum Preis von 8 bis 10 Euro unter anderem in den Geschäftsstellen der Kreiszeitung oder über die Homepage der Stadt. Schulklassen, die sich für eine der sechs Vorstellungen interessieren, können sich bei Elena Albertin von der Stadt unter 04242/164-225 melden.

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