Offene Türen an Heiligabend im Gleis 1

Im Zeichen der Gemeinsamkeit

Liane Brockmann (l.) und Brigitte Sondermann (daneben) fühlen sich wohl am Heiligabend im Gleis 1. Foto: Niederheide

Syke - Von Dieter Niederheide. „Ich bin gerne allein, aber gerade am Heiligabend muss ich das nicht haben“, sagte ein Mann mittleren Alters, der sich am Heiligabend in der Weihnachtsstube im Gleis 1, wie er sagte, „unters Volk mischte“, um dem Alleinsein an einem solchen Tag zu entfliehen.

Schon am frühen Nachmittag zur Kaffee- und Kuchen-Zeit waren die 60 Plätze im Gleis 1 so gut wie voll besetzt. Carola Gähler, Leiterin von Awo-Trialog, stellte fest, dass es ein Kommen und Gehen am Heiligabend in der Weihnachtsstube war.

Zwölf Helferinnen und Helfer spendeten ihre Freizeit und standen ihr zur Seite. Alle unermüdlich im Einsatz, gleich, ob es darum ging, Kaffee zu reichen – auch Kuchen war reichlich gespendet worden – oder ob am Abend das urtypisch deutsche Heiligabend-Gericht Kartoffelsalat und Würstchen zu servieren. Dazu gab es noch Hähnchen-Nuggets. Zuvor hatte bereits Heinfried Schumacher Gebäck und Kuchen zu einigen Menschen gebracht, die aus unterschiedlichen Gründen nicht aus ihren Wohnungen kommen konnten.

Zur Einleitung spielte die Bläsergruppe weihnachtliche Melodien auf, und Carola Gähler hieß die Besucher willkommen. Unter den Gästen, die Heiligabend nicht allein sein wollten, war auch Brigitte Sondermann (72), die zur Zeit im Zentrum für seelische Gesundheit in der Klinik Bassum weilt. Liane Brockmann (65), Ratsherrin in Syke, ist mit ihr befreundet und hatte sie zum Gleis 1 nach Syke geholt. „Es gefällt mir hier sehr gut“, betonte Brigitte Sondermann, „es ist erholsam, hier mit anderen gemeinsam am Heiligabend einige schöne Stunden zu verbringen.“

Mehrere persönliche Schicksalsschläge waren es, die die Frau zu verkraften hat. Zu Liane Brockmann ist eine freundschaftliche Verbindung entstanden – und so kam sie an diesem Abend zum Gleis 1.

Es wurden am Abend auch Weihnachtsgeschenke, insbesondere an die Kinder, verteilt. Der sechsjährige Julian freute sich riesig, als er den Karton mit der Playmobil-Westernkutsche von Carola Gähler bekam. Seine Augen strahlten, als er den Karton unterm Arm klemmte und „Das ist toll“ sagte.

Es war die zwölfte Ausgabe der Weihnachtsstube. Dabei war nicht zu übersehen, dass der die Zahl der Besucher weiter steigt. Und das Schöne an diesem Abend im Zeichen der Gemeinsamkeit: Es kannte nicht jeder jeden, aber jeder sprach mit jedem.

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