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Nostalgiemuseum Okel vermittelt Ausstattung für Borgward-Doku

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„Konspirative“ Übergabe: Sammler Stephan Lück (links) überreicht eine Auswahl historischer Nummernschilder an Requisiteur Nima Nadaf. Eingefädelt hat den Deal Elke Kaeding vom Nostalgiemuseum in Okel.

Okel - Von Michael Walter. In den frühen Abendstunden fährt ein Transporter auf den Parkplatz. Ein unauffälliges Fahrzeug mit der Aufschrift eines Autovermieters. Der Fahrer steigt aus, blickt suchend um sich und betritt das Gebäude durch einen Nebeneingang. Dann geht alles ganz schnell: Ein Blick, ein kurzer Händedruck, und ein kleines Paket wechselt den Besitzer.

Ein paar Augenblicke später liegt das Paket im Transporter, und der Fahrer macht sich zügig auf den Weg. Schauplatz dieser geheimnisvollen Übergabe: das Nostalgiemuseum in der ehemaligen Gaststätte Winkelmann in Okel.

Was da so scheinbar konspirativ den Besitzer gewechselt hat, war ein Paket mit alten Autokennzeichen. Der Fahrer des Lieferwagens ist Requisiteur bei der Filmproduktionsfirma Cinecentrum, und die dreht in Bremen gerade im Auftrag des NDR das Doku-Drama „Die Akte Borgward“ über die Pleite des größten Bremer Arbeitgebers 1961. Sammler Stephan Lück hat dafür leihweise 19 historisch passende Nummernschilder aus seinen Beständen zur Verfügung gestellt. Eingefädelt hat diesen Deal Elke Kaeding vom Nostalgiemuseum.

„Die Vorsitzende vom Borgward Club in Bremen hat mich angerufen“, erzählt Elke Kaeding. „Sie wusste, dass es hier jemanden gibt, der solche alten Kennzeichen sammelt. Da hab ich den Kontakt hergestellt.“

Stephan Lück kommt aus Diepholz und sammelt seit Kindesalter alte Nummernschilder. Auch das Nostalgiemuseum von Elke und Wolfgang Kaeding hat er mit Kennzeichen aus seinen Beständen ausgestattet.

Ungefähr zwei Dutzend historische Kennzeichen hatte Stephan Lück für das Museum zusammengestellt und überreicht. „Und zu jedem einzelnen hat mit eine Viertelstunde was erzählt, ohne dass er sich dabei wiederholt hätte“, sagt Elke Kaeding lachend. „Seitdem möchte ich ihn ja immer überreden, dass er mal für einen Vortrag zu uns kommt.“

Der so Gelobte ziert sich allerdings ein wenig und mag sich kaum vorstellen, dass sein Hobby auch für andere interessant sein könnte. Zu erzählen hätte er allerdings genug. „Es gibt so viele verschiedene Formen und Ausführungen. Und die unterschiedlichen Systematiken, die es in den vergangenen 100 Jahren in Deutschland gegeben hat, sind schon eine Wissenschaft für sich.“

Die Schilder, die Lück jetzt für die Borgward-Doku ausgesucht hat, sind allerdings historisch nicht ganz korrekt, sagt er. „Die stammen nicht alle genau aus der Borgward-Zeit. Aber es sind DIN-Kennzeichen, wie sie von 1956 bis 2000 ausgegeben worden sind.“ Der Anruf sei ein bisschen kurzfristig gekommen, sagt er. „Sonst hätte ich noch ein bisschen mehr machen können.“

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