Museumsleiter Vogeding blickt trotz Besucherrückgangs optimistisch in die Zukunft

„Zahlen sagen nichts über Qualität“

Der überregional beliebte Kunsthandwerkermarkt musste von seinem gewohnten Platz im Terminkalender – dem Totensonntag – weichen. Die Folge: 2000 Besucher weniger als sonst. - Archivbild

Syke - Von Frank Jaursch. Statistiken sind so eine Sache: Je nach Lesart können talentierte Interpreten aus identischen Zahlen genau die gegensätzlichen Ansichten belegen. Als Beispiel dafür könnten die Besucherzahlen im Kreismuseum herhalten.

Im vergangenen Jahr sank der Andrang um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 36.744. Ist das jetzt ein Zeichen für nachlassendes Interesse in der Bevölkerung? Oder gar für die nachlassende Qualität der Ausstellungen und Veranstaltungen im historischen Gebäudeensemble an der B 6?

Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding schüttelt energisch den Kopf. „Die Zahlen sagen nichts über die Qualität der Dinge aus, die hier gemacht werden.“ Er setzt sich dennoch kritisch damit auseinander – und ordnet sie im Gespräch mit der Kreiszeitung in den Gesamtkontext ein.

Natürlich hätte sich auch Vogeding die Zahlen der Vorjahre gewünscht: Seit 2009 hatte sich die jährliche Besucherzahl konstant über der 40.000-Marke gehalten. Und er kennt auch einige Ursachen, warum das diesmal nicht der Fall ist. „Bei den Schulangeboten hatten wir Einbrüche, ganz klar“, betont der Museums-Chef. Viele Museen würden derzeit ähnliche Erfahrungen machen. In der aktuellen Schulentwicklung „bleiben außerschulische Standorte ein bisschen auf der Strecke“.

Eine gewisse Rolle mag auch die renovierungsbedingte Schließung der Handwerkerstraße im vergangenen Jahr gespielt haben. Oder auch der Umstand, dass der Kunsthandwerkermarkt von seinem angestammten Platz im Terminkalender – dem Totensonntag – weichen musste. „Da kamen gleich 2000 Besucher weniger.“

Vogeding: Wertschätzung nach wie vor sehr groß

Der entscheidende Punkt ist für Ralf Vogeding aber ein anderer. Das Museum ist nicht darauf ausgelegt, so viele Gäste wie möglich anzulocken. „Wir haben unterschiedliche Zielgruppen und ein unterschiedlich großes Publikum.“ Das sind die Aktionssonntage mit mehreren tausend Gästen, die kleinen Wochenend-Aktionen wie jüngst der historische Jahrmarkt, das sind die Ausstellungen oder die generationsübergreifenden Angebote der Museumspädagoginnen.

„Die reine Zahl sagt wenig aus über das, was die Leute mitnehmen“, betont Ralf Vogeding. Seiner Ansicht nach ist die Wertschätzung der Arbeit seines Teams in der Bevölkerung nach wie vor sehr groß. Fakt ist: Im Schnitt kommen Tag für Tag mehr als 100 Besucher ins Museum. Und die Aussichten für die Zukunft sind gut. Dafür sorgt schon allein die für 2018 geplante Museumserweiterung um den neuen Ausstellungsbereich zum Thema Gesseler Goldschatz.

„Eine gute Konzeption“, lobt Vogeding. Die Dauerausstellung, in der unter anderem immer drei Originalstücke des Schatzes zu sehen sein sollen, „wird das Museum sicher stärken“.

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