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Ylenia und Zeynep sorgen bei den Syker Feuerwehren für fast 100 Einsätze

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Von: Frank Jaursch

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Ein mobiler Kälberunterstand hat das „mobil“ im Namen offenbar etwas zu wörtlich genommen: Das Sturmtief schob das Objekt auf die Fahrbahn. Einer von fast 100 Einsätzen der Syker Feuerwehren von Donnerstag bis Samstag.
Ein mobiler Kälberunterstand hat das „mobil“ im Namen offenbar etwas zu wörtlich genommen: Das Sturmtief schob das Objekt auf die Fahrbahn. Einer von fast 100 Einsätzen der Syker Feuerwehren von Donnerstag bis Samstag. © Feuerwehr

Viel zu tun am Donnerstag - und noch viel mehr in der Nacht zu Samstag: Die Aktiven der Syker Feuerwehren waren wegen der beiden durchziehenden Orkantiefs fast 100 Mal im Einsatz.

Syke – Für die Frauen und Männer der Syker Ortsfeuerwehren sind die vergangenen Tage die bislang ereignisreichsten des Jahres gewesen. 17 Einsätze wegen Sturmtief Ylenia hat Feuerwehr-Pressesprecher Torben Schmidt allein am Donnerstag auf seiner Liste, bis Samstagmittag steigt diese Zahl dank Orkan Zeynep auf fast 100.

Bei Sturmlagen wie dieser – wenn sich abzeichnet, dass viele Einsätze gleichzeitig aufkommen – richtet die Syker Feuerwehr eine eigene Befehlsstelle im Gerätehaus ein. Weil die Anzahl der Alarmierungen landkreisweit zu hoch für die Leitstelle in Diepholz wäre, übernimmt die Gruppe „Einsatzleitung Ort“ von dort aus die Koordinierung von Einsätzen und Fahrzeugen für die eigene Kommune.

„Wir hatten gut zu tun“, blickt Sykes Ortsbrandmeister Rainer Brandt auf den Donnerstagvormittag zurück. Nahezu im Fünf-Minuten-Takt laufen zeitweise die neuen Alarmierungen in der Befehlsstelle ein. Die Einsätze vom Donnerstag wirken dabei – wenn man den Prognosen Glauben schenken möchte – fast wie ein Training für die Nacht auf Samstag. Denn Orkan Zeynep scheint noch ein ganzes Stück stürmischer zu sein als ihre Vorgängerin Ylenia.

Bundesstraße 6: Beim Kreismuseum versperren umgestürzte Bäume am Freitagabend die Fahrbahn.
Bundesstraße 6: Beim Kreismuseum versperren umgestürzte Bäume am Freitagabend die Fahrbahn. © Feuerwehr

Aus diesem Grund nimmt am Freitag die Befehlsstelle bereits vor 17 Uhr Uhr ihren Betrieb auf. Bis zum frühen Freitagabend bleibt erst einmal alles ruhig in Syke. Doch die Berechnungen der Experten lassen vermuten, dass es auch für die Syker Feuerwehr eine unruhige Nacht werden könnte. Um 18.50 Uhr ertönen zum ersten (und nicht zum letzten) Mal an diesem Abend die Sirenen.

Das Entfernen der entwurzelten Bäume von den Fahrbahnen ist bei Sturmeinsätzen meist die Hauptaufgabe der Kräfte. Eine zeit- und kraftraubende Tätigkeit, die die qualifizierten Feuerwehrkräfte in Kettenschutzkleidung absolvieren. „Zum Glück können wir uns in Syke nicht beklagen – wir haben genug Kameraden, die die notwendige Ausbildung dafür absolviert haben“, sagt Brandt.

Das hilft vor allem an solchen Tagen. Ein Beispiel vom Donnerstag: Noch während ein Team einen Baum von der Straße Finkenberg entfernt, kommt gegen 7.15 Uhr der nächste Alarm, diesmal von der L 333: In der Westermark blockiert eine teilentwurzelte Birke die Straße. Mithilfe der Drehleiter wird der Baum Stück für Stück abgetragen. Der Berufsverkehr staut sich. Wer sich auskennt, umfährt die Einsatzstelle. Lkw-Fahrer brauchen Geduld.

Polizeifahrzeug kollidiert mit Baum auf Fahrbahn

Am Freitagabend erwischt es sogar die größte Verkehrsader der Stadt, die Bundesstraße 6. Mehrere Bäume fallen nahe des Kreismuseums auf die Straße. Syke ist einer der Einsatz-Schwerpunkte auf Kreisebene. Laut Mitteilung der Kreisfeuerwehr kommen die Einsatzkräfte im gesamten Landkreis auf erstaunliche 580 Einsätze allein von Freitagabend bis Samstagvormittag. Allein 81 davon waren es – Stand Samstag Mittag – in Syke. „Nichts Spektakuläres“, berichtet Torben Schmidt. Ein Polizeifahrzeug kollidierte an der Schnepker Straße mit einem auf der Straße liegenden Baum. Beim alten Genossenschafts-Gebäude an der Gartenstraße und an einer Reithalle in Falldorf lösten sich Dachflächen. Und – immer wieder – Baum auf Straße.

Im Gerätehaus in Syke herrscht in diesen Stunden ein Kommen und Gehen. Schon nach den ersten Alarmierungen richten sich Feuerwehrmitglieder, die nicht zum aktuellen Einsatz fahren mussten, dort häuslich ein. Brandt: „Die wissen ja, dass noch was kommt.“

Einsatzstichwort: „Baum auf Straße“. Die meisten der Einsätze waren technische Hilfeleistungen – und zwar durchaus kraft- und zeitraubend.
Einsatzstichwort: „Baum auf Straße“. Die meisten der Einsätze waren technische Hilfeleistungen – und zwar durchaus kraft- und zeitraubend. © Feuerwehr

Die Stimmung ist gut, locker. Trotz der herrschenden Abstandsregeln und eingehaltenem Hygienekonzept sind die Mitglieder froh, sich zwischen den Einsätzen mal über einen längeren Zeitraum wiederzusehen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Bis es wieder heißt: Alarm – Baum auf Straße.

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