„Es geht eben nicht alles sofort“

Laue: Beseitigung der Sturmschäden kann noch Wochen dauern

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Im Edgar-Deichmann-Park liegt ein Syker Opfer von „Xavier“: Dieser Baum ist am vergangenen Donnerstag vom Sturm gefällt worden. Es wird nach Aussage von Bürgermeisterin Suse Laue noch Wochen dauern, bis die Spuren des Sturms beseitigt sind. 

Syke - Von Frank Jaursch. War Xavier der schlimmste Sturm in Syke, an den er sich erinnern kann? Hein Sievers schüttelt entschieden den Kopf. – und erinnert an einen Sturm vor 45 Jahren. Als Orkan Quimburga im November 1972 wütete, deckte er gleich reihenweise Dächer ab. „Auf der Straße lag alles kreuz und quer“, erzählt der Bauamtsleiter, der damals Schüler in Syke war. Verglichen mit dem „Niedersachsenorkan“ von damals ist das, was am vergangenen Donnerstag über Syke zog, nur ein laues Lüftchen gewesen. Aber dennoch hat Sturmtief Xavier bleibenden Eindruck hinterlassen.

Umgeknickte oder entwurzelte Bäume zieren seit Tagen das Bild in der Region. Schon am Donnerstag waren alle Ortsfeuerwehren im Einsatz, auch die Mitarbeiter des Bauhofs waren in Drei- oder Vier-Mann-Teams unterwegs, um zu helfen. „Es ging darum, erst mal akute Schäden zu beseitigen“, sagt Sievers. Die Mitarbeiter agierten nach klaren Prioritäten in der Handlungsabfolge. Ihr erster Auftrag: Gefahren beseitigen, Störungen im Straßenverkehr beheben.

In den folgenden Tagen arbeiteten die Trupps sich systematisch vor – vom Syker Innen- in den Außenbereich. 89 Einsätze hat der Bauhof seitdem zu verzeichnen gehabt. „Aber es geht eben nicht alles sofort“, mahnt Bürgermeisterin Suse Laue die Syker zur Geduld. Mittlerweile sind 40 Standorte „in Gänze erledigt“, 20 weitere Bereiche sollen in den kommenden Tagen abgearbeitet werden. Insgesamt schätzt Laue, dass die Bauhof-Mitarbeiter noch gut und gerne weitere zwei Wochen mit den Folgen von Xavier beschäftigt sind.

Von umgestürzten Bäumen in einigen abgelegenen Bereiche sind unter Umständen noch gar keine Meldungen bei der Stadt eingegangen, vermutet Laue. Sie und Sievers hoffen darauf, dass die Landwirte selbst mit ihrem schweren Gerät Hand anlegen. „Wir haben überhaupt nichts dagegen, wenn da jemand zur Selbsthilfe greift“, stellt Laue klar.

Bäume bleiben Eigentum der Stadt

Das gilt allerdings nicht für alle herumliegenden Bäume. Die sind zunächst mal weiterhin Eigentum der Stadt. „Und das wird ja nicht dadurch aufgehoben, dass der Baum umgefallen ist“, so Laue. Wer Interesse an Feuerholz oder Holzschnitzeln hat, „kann gern zum Bauhof kommen“ – dort gibt es beides zu kaufen.

Wer durch den Sturm Schäden zu beklagen hat, den bittet die Stadt, sich umgehend mit der Versicherung auseinanderzusetzen. Sievers appelliert, sich bei den Versicherungen nicht mit dem Hinweis „meldet euch erst mal bei eurer Gemeinde“ vertrösten zu lassen.

Fotos

Sykes Stadtbiologin Angelika Hanel „tut's um jeden 100-jährigen Baum leid, der so endet“. Wie sie im Gespräch mit der Kreiszeitung erklärte, gab es mehrere Ursachen für die vielen entwurzelten Bäume: Zum einen sorgte der ungewöhnlich frühe Zeitpunkt dafür, dass die Bäume noch ihr Laub tragen und der Wind sich in der Krone verfangen konnte. Zum Zweiten hatten die starken Niederschläge der vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass der Boden feucht und gesättigt war – so konnte mancher gut verwurzelte Baum inklusive kompletter Wurzelplatte umkippen. „Da ist dann nichts mehr zu halten“, erklärt Hanel.

Sie freut sich aber auch darüber, wie viele Bäume den Baum überstanden haben. 1972 fielen Quimburga in Niedersachsen rund zehn Prozent der Waldbestände zum Opfer – ein Wert, von dem auch Syke diesmal zum Glück weit entfernt ist.

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