Rat will Park am Mühlenteich nach Syker Ehrenbürger benennen

Würdigung für Deichmann

Syke - Von Michael Walter. Der Syker Rat will Mittwochabend eine Straße oder einen Platz nach dem kürzlich verstorbenen Ehrenbürger Edgar Deichmann benennen. Zwei Möglichkeiten stehen zur Wahl: Die 100 Meter der Waldstraße von der B 6 bis zur Hermannstraße oder der Park am Mühlenteich, der dann Edgar-Deichmann-Park heißen könnte.

Anfang Mai hatte der Arbeitskreis 9. November den Antrag gestellt, eine Straße nach Deichmann zu benennen. Vier Monate hat die Stadtverwaltung gebraucht, um die beiden jetzt zur Abstimmung stehenden Vorschläge zu erarbeiten. Andere Möglichkeiten kamen angeblich nicht in Betracht.

Begründung: Zum einen sollte es sich möglichst um eine Straße in der Innenstadt handeln, zum anderen sollten möglichst wenig Anlieger vor dem Problem stehen, mal eben so eine neue Postanschrift zu bekommen.

„Die ursprüngliche Idee war, die komplette alte Waldstraße umzubenennen“, blickt der CDU-Fraktionsvorsitzende Wilken Hartje zurück. Das sei dann aber genau wegen der Postanschrift-Problematik wieder verworfen worden. „Wir wollten uns eigentlich dem Votum des Ortsrats anschließen. Der hatte sich Ende August für den Park entschieden.“ Hartje glaubt aber nicht, dass sich ein „Edgar-Deichmann-Park“ sprachlich durchsetzen könnte. „Das wird immer der Mühlenteich bleiben.“ Vielleicht müsse man das Thema doch noch einmal diskutieren. „Man muss ja nichts übers Knie brechen.“

Fraktionen bedauern fehlende Alternativen

So ähnlich sieht es auch die SPD. Sprecher Karsten Bödeker: „Es wäre sicherlich schöner, wenn man eine richtige Straße dafür hätte. Den Park halten wir für angemessener als das kurze Stückchen Waldstraße. Aber: Ein Name muss auch von der Bevölkerung angenommen werden.“ Bödeker bezweifelt, dass das beim Mühlenteich der Fall wäre, will aber auch keine Meinung gegen den Ortsrat äußern.

Warten, bis in Syke ein neues Baugebiet aufgelegt wird, um dann dort eine Straße nach Deichmann zu benennen, habe seine Fraktion verworfen, sagt Bödeker. Grund: Die Antragsteller hätten den Wunsch geäußert, „das zeitnah zu machen“. Einer erneuten Diskussion über eine andere Lösung werde sich Bödeker aber nicht entziehen.

Auch die Freie Wählergemeinschaft (bisher: BSF) ist mit den beiden Vorschlägen der Verwaltung nicht wirklich glücklich: „Das Stückchen Waldstraße wäre nur eine Notlösung, und eine neue Straße ist in Syke kurzfristig nicht zu erwarten“, sagt Fraktions-Chef Günter Brockhoff. „Von dem, was im Moment zur Verfügung steht, wäre der Park sicher die beste Lösung.“ Wenn da nicht die Sache mit der Akzeptanz im Sprachgebrauch wäre. „Solche Bezeichnungen wirken ja allein auf Grund der Menge an Buchstaben immer sehr gespreizt. Das wäre hier nicht anders. Von daher hätte ich keine Leidenschaft in der Sache, falls es noch eine andere Lösung gäbe.“

Die Grünen zeigen ebenfalls nur wenig Leidenschaft in der Sache: „Der Ortsrat hat sich für den Park entschieden. Damit können wir leben“, sagt Fraktions-Chef Heinz-Jürgen Michel. „Er hätte ja auch sagen können: Wir wollen was ganz anderes. Das ist kein Thema, über das man streiten sollte. Deshalb wollen wir da auch keine große Diskussion anfachen. Wenn die Verwaltung aber sagt, sie hätte noch andere Ideen, fänden wir das auch okay.“

Reinhard Hansemann (FDP) sagt: „Wir wären ja eher für das Stück Waldstraße. Schließlich hat Familie Deichmann dort gewohnt. Wichtig ist für mich, dass wir überhaupt etwas nach Edgar Deichmann benennen. Denn das hat er verdient. Und für die Stadt wäre es eine Ehre.“

Christiane Palm-Hoffmeister vom Arbeitskreis 9. November hält beide Vorschläge für schwach. „Wir hätten die gesamte alte Waldstraße bevorzugt“, sagt sie. Der Arbeitskreis sei aber seit dem Einreichen des Antrags nie wieder angehört worden. Auch nicht im Ortsrat.

Ortsbürgermeisterin Gabriele Beständig (FWG) pocht jedoch auf das Votum des Ortsrats und hält nichts von einer erneuten Diskussion. „Wir haben das Thema sehr ausführlich debattiert und uns einstimmig für den Mühlenteickpark ausgesprochen.“ Auch sie gibt allerdings zu: Nur mangels geeigneter Alternativen. Das Votum des Rats der Stadt scheint für sie trotzdem nur eine reine Formalie zu sein: „Wir haben sogar schon einen Gedenkstein in Auftrag gegeben.“

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Ein Kommentar zur Würdigung Edgar Deichmanns

Rubriklistenbild: © dpa

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