Die Wucht des Meisters

Chagall-Ausstellung „Fenster zur Bibel“ eröffnet

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„Dem anderen Licht entgegen“: An seinem Todestag schuf Chagall das Werk, vor dem Chagall-Experte Heiner Eberhardt (r.) und die Gastgeber (v.l.) Katja Hedel, Christian Kopp, Susanne Heinemeyer und Renate Frank stehen.

Syke - Von Frank Jaursch. Pablo Picasso sagte einst über Marc Chagall: „Wenn Chagall malt, weiß man nicht, ob er dabei schläft oder wach ist. Irgendwo in seinem Kopf muss er einen Engel haben.“ Seit gestern können sich die Besucher des Gemeindehauses ein Bild davon machen, was er damit meinte.

70 Stücke des „Meisters der Farbe“ – Original-Lithografien, Radierungen und hochwertige Kunstdrucke – werden unter dem Titel „Fenster zur Bibel“ ausgestellt. Zur Vernissage waren die rund 100 Plätze im Gemeindehaus komplett besetzt. Wer gekommen war, den hieß zunächst einmal die Wucht der Bilder willkommen: Es war eine anspruchsvolle Aufgabe gewesen, einen Platz für alle 70 Exponate zu finden, für manches Bild hätte man sich mehr Raum gewünscht.

Ausstellung verlangte nach großem Veranstaltungsraum

Doch Heiner Eberhardt, gewissermaßen der „Ausstellungsleiter“ und seit 25 Jahren in ganz Deutschland in Sachen Chagall unterwegs, zeigte sich „sehr glücklich“ mit der Präsentation: „Ich war schon in deutlich kleineren Veranstaltungsräumen.“

Eberhardt ist eine der Schlüsselpersonen, die diese ungewöhnliche Ausstellung ermöglicht hatten. Eine andere ist Renate Frank, seit Jahren aktiv in der Kirchengemeinde Barrien: Sie kannte die Ausstellung und stellte den Kontakt zu Eberhardt her.

Pastorin Katja Hedel betonte bei ihren einleitenden Worten den großen Einsatz von Renate Frank. Und hob hervor, dass man sich angesichts der Größe der Ausstellung zu einem „regionalen Projekt“ entschlossen habe. Gemeinsam stellten die Kirchengemeinden aus Barrien, Syke und Heiligenfelde es auf die Beine.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Beständig ging bei ihrem Grußwort auf diese Zusammenarbeit ein. Hier zeige sich, dass die Vision des Zusammenwachsens „eine sinnvolle, lebendige und zukunftsweisende Idee“ sei.

Alle Motive haben Bezug zur Bibel

Jedes einzelne der Motive befasst sich mit Themen der Bibel. Vorwiegend geht es um Motive des Alten Testaments. Doch Chagall überschritt auch die Grenze zum Neuen Testament, hatte in seinen Darstellungen keine Berührungsängste gegenüber Christus. Er lebte lange in Frankreich, hatte aber russisch-jüdische Wurzeln. Rund ein Drittel seiner Werke – Chagall schuf allein 1050 Lithografien – beschäftigten sich mit biblischen Themen.

„Aber allein die Bilder sind es noch nicht“, betonte Katja Hedel und wies auf die Veranstaltungen hin, die in dieser Woche die Ausstellung flankieren. Heiner Eberhardt steht die gesamte Woche über für Führungen (unter anderem mit Schulklassen) und Erläuterungen der Werke im Gemeindehaus zur Verfügung. Zudem erläutert er in Themenabenden Einzelheiten des Werkes. Ein Mal-Workshop am Sonnabend rundet das Programm von „Fenster zur Bibel“ ab.

Der Posaunenchor Syke-Barrien umrahmte die Vernissage am Montagabend musikalisch – und erhielt dafür verdienten Applaus.

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