Sprecher verabschiedet

Wolfgang Buchholz blickt dankbar auf 13 Jahre Syker Tafel zurück

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Wolfgang Buchholz ist gestern im Gemeindehaus an der Christuskirche von der Tafel verabschiedet worden. 

Syke - Von Michael Walter. Eine Ära ist zu Ende gegangen: Wolfgang Buchholz ist nicht mehr Sprecher der Syker Tafel. Am Donnerstag wurde er mit einer Feierstunde im Gemeindehaus an der Christuskirche verabschiedet.

Buchholz ist Mitbegründer der Syker Tafel und war 13 Jahre lang ihr Gesicht in der Öffentlichkeit. In ihrer Laudatio beschrieb Tafel-Mitbegründerin Ulrike Schink Buchholz als ebenso weitsichtige wie umsichtige Führungspersönlichkeit. Er habe „aus dem Nichts heraus“ eine Organisation geschaffen und sei allen – Mitarbeitern wie Kunden – stets auf Augenhöhe begegnet.

Zum Dank für dieses Engagement verlieh ihm Superintendent Jörn-Michael Schröder eine Auszeichnung im Namen der Diakonie Niedersachsen und der Diakonie Deutschland.

Grußworte sprachen Bürgermeisterin Suse Laue, Kirchenvorstand Anja Thorns, und Rainer Kunze von der Achimer Tafel. Tafelkundin Irena Putrinia trug ein selbstverfasstes Gedicht auf Russisch vor, in dem sie Buchholz ein „Herz aus Gold“ bescheinigte.

„Ich bin geehrt und dankbar im Rückblick“, gibt Wolfgang Buchholz, Jahrgang 1938, im Gespräch mit der Kreiszeitung seine Eindrücke wieder. „Ich bin ja im Grunde ein Straßenkind und Schulversager.“

Christliche Prägung und pragmatische Grundhaltung

Mit 15 hatte er die Familie verlassen, weil er lieber Geld verdienen als weiter zur Schule gehen wollte. Bergarbeiter hätte er gern werden wollen. Dafür war er aber zu schmächtig. Diakon in Ganderkesee ist er dann geworden und später mit seiner Frau nach Syke gezogen, die dort Lehrerin war.

Seine christliche Prägung und eine pragmatische Grundhaltung lassen Buchholz angesichts der aktuellen Diskussion über seine Tafel-Kollegen in Essen nur den Kopf schütteln: „Die hätten sich auf das Stichwort Integration einlassen müssen, und zwar nicht nur theoretisch, sondern tatsächlich“, findet er. Auch in Syke gebe es gelegentlich Probleme mit Tafelkunden ausländischer Herkunft. Sie von der Lebensmittelausgabe auszuschließen, wäre ihm aber nie in den Sinn gekommen, betont Buchholz. Das seiner Erfahrung nach weitaus bessere Rezept sei, den direkten Kontakt zu suchen und ein offenes Wort zu führen. Und Wolfgang Buchholz ist überzeugt: „Die Essener Tafel könnte von uns viel lernen!“

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