Mann prellt Versicherung um 15.000 Euro

Wohnungseinbruch nur vorgetäuscht: Bewährungsstrafe

Syke - Von Dieter Niederheide. Zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten hat das Syker Amtsgericht einen Mann verurteilt, der seine Hausratsversicherung mit einem vermeintlichen Wohnungseinbruch um etwa 15.000 Euro geprellt hatte. Vor Gericht stand er wegen Vortäuschens einer Straftat und Betruges.

Der Mann hatte bei der Polizei Anzeige wegen Wohnungseinbruchs erstattet und dann von der Versicherung für angeblich entwendete Geräte eine Entschädigung verlangt. Die wurde auch ausgezahlt – insgesamt rund 15.000 Euro. Irgendwann aber fiel der Schwindel auf: Es wurde bekannt, dass der Mann die angeblich aus der Syker Wohnung gestohlenen Geräte selber beiseite geschafft hatte.

Der Angeklagte bekam im Gerichtssaal noch rechtzeitig die Kurve: Er legte ein Geständnis ab und ersparte es damit seiner Partnerin, vor Gericht aussagen zu müssen. Das rechnete ihm die Strafrichterin hoch an.

Zu den von der Staatsanwältin erhobenen Vorwürfen sagte er, dass er in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt hätte und auf diese Weise Geld „besorgen“ wollte.

Ein Versicherungskaufmann der geleimten Versicherung war als Zeuge aus Hannover nach Syke angereist und ließ durchblicken, dass seitens der Versicherung zivilrechtliche Schritte unternommen werden, um die 15.000 Euro von dem Mann zurückzubekommen. Der hatte, wie er angab, das Geld der Versicherung zum Tilgen seiner Schulden verbraucht.

Die Oberstaatsanwältin beantragte gegen den Angeklagten sechs Monate Gefängnis, für die Dauer von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Zudem forderte sie als Auflage dass der Mann ratenweise Schadenswiedergutmachung betreibt. Diesem Antrag entsprach die Strafrichterin mit dem Urteil. Es sei gut gewesen, dass der Mann zum Prozessbeginn „reinen Tisch“ gemacht hätte, führte sie aus.

Da seitens der Versicherung auf die sichergestellten technischen Geräte kein Wert gelegt wurde – man wolle lieber die 15 000 Euro zurück haben – gab es für den Verurteilten nach Prozessende noch eine neue Aufgabe: Elektrogeräte schleppen. Er bekam die Asservate, die beim Amtsgericht in der Vorführzelle gelagert worden und nach dem Prozess freigegeben worden waren, mit nach Hause.

Die Geräte wurden in ein Auto gepackt. Weihnachtsgeschenke waren das auf keinen Fall. Die Strafrichterin machte ihm, wie beantragt, die Wiedergutmachung zur Auflage. Er wird lange daran zu zahlen haben.

Rubriklistenbild: © dpa

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