Wohnungen dicht und Mieter raus

Schwarzbau in der Syker Neustadt: Landkreis prüft Nutzungsuntersagung

Syke - Von Michael Walter. Der Eigentümer eines zu groß geratenen Wohnhauses in der Syker Neustadt hat alle ihm vom Landkreis gesetzten Fristen ungenutzt verstreichen lassen. Jetzt droht im eine Nutzungsuntersagen. Das bestätigte Kreisrat Jens-Hermann Kleine gestern auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Wie berichtet, hatte der Eigentümer den Bau eines Hauses mit maximal drei Wohneinheiten beantragt und dafür eine Baugenehmigung erhalten. Tatsächlich gebaut hat er aber fünf, theoretisch sogar sechs Wohneinheiten. Nachdem das Bauordnungsamt des Landkreises darauf aufmerksam gemacht worden war und eine Stellungnahme angefordert hatte, reagierte der Bauherr mit einem Antrag auf nachträgliche Genehmigung.

Die dafür erforderlichen Unterlagen – in erster Linie Pläne über das, was tatsächlich gebaut worden ist – seien aber nie eingereicht worden. Kreisrat Jens-Hermann Kleine: „Die von uns gesetzten Fristen sind lange überschritten. Die Unterlagen liegen nicht vor. Wir prüfen jetzt eine Nutzungsuntersagung.“ Die würde sich auf den Teil des Gebäudes beziehen, der über den in der Baugenehmigung enthaltenen Bestand hinaus geht. Oder einfacher gesagt: Auf das, was schwarz gebaut worden ist.

„Gegebenenfalls werden wir sogar eine Sofortzustellung anordnen“, sagt Kleine. Das hieße, die Untersagung wäre ab der Zustellung wirksam und selbst wenn der Eigentümer dagegen Widerspruch einlegte, hätte der keine aufschiebende Wirkung. Folge: Die Bewohner der betroffenen Wohnungen müssten umgehend ausziehen und ihr Vermieter ihnen Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen.

Kleine betont: „So eine Nutzungsuntersagung ist das mildeste Mittel, das uns in solchen Fällen zur Verfügung steht.“ Das behördliche Verfahren wäre damit keineswegs beendet. Es könne durchaus darauf hinauslaufen, dass der Eigentümer das Haus zurückbauen müsse.

Rubriklistenbild: © dpa

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