Behörden müssen entscheiden

Deutlich größer als erlaubt: Wohnhaus wird zum Schwarzbau

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Größer als genehmigt: Das Haus beschäftigt gegenwärtig die Behörden in Syke und Diepholz. 

Syke - Von Michael Walter. Ein Schwarzbau in der Syker Neustadt beschäftigt gerade die Behörden in Syke und Diepholz. Dort ist ein Mehrparteienhaus in zweiter Reihe deutlich größer geworden als im Bauantrag ausgewiesen war. Der Bauherr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Syker Stadtverwaltung weist zwar Baugebiete aus, darf aber selber keine Bauanträge genehmigen. Das ist Sache der übergeordneten Baubehörde beim Landkreis Diepholz. Die hatte 2014 die Genehmigung für die Bebauung des Grundstücks in einem Wohngebiet erteilt. Erst als das fertige Haus schon lange stand, wurden einige Nachbarn misstrauisch. Viel zu groß kam ihnen der Baukörper vor. Sie hakten in Diepholz nach, und der Eindruck bestärkte sich: Da hat der Bauherr wohl zu groß gebaut.

Einer der Nachbarn stellte im November 2017 in Diepholz einen „Antrag auf behördliches Einschreiten“. Daraufhin nahm das Amt das Gebäude noch einmal genauer unter die Lupe und stellte fest: Genehmigt war an dieser Stelle der Bau eines Hauses mit maximal drei Wohneinheiten, tatsächlich gebaut worden sind dort aber fünf, theoretisch sogar sechs Wohneinheiten.

„Wir haben den Bauherrn zu einer Stellungnahme aufgefordert“, sagt der stellvertretende Fachbereichsleiter Joachim Homburg. „Diese Stellungnahme kam Ende Mai in Form eines Antrags auf nachträgliche Genehmigung. Über diesen Antrag ist noch nicht entschieden. Das Verfahren läuft also noch.“

Meinung der Stadt für Genehmigung relevant

Für die Frage, ob der Landkreis den zu groß geratenen Bau nachträglich genehmigt, ist die Meinung der Stadt Syke mit ausschlaggebend. Und die dürfte in diesem Fall keinen Spielraum für Interpretationen lassen. Bürgermeisterin Suse Laue auf Nachfrage der Kreiszeitung: „Grundsätzlich kann der über die Baugenehmigung hinausgehenden und damit illegalen Herstellung weiterer Wohneinheiten nicht zugestimmt werden.“

Geht diese Auffassung auch aus der noch ausstehenden Stellungnahme gegenüber dem Landkreis hervor, dürfte es mit der nachträglichen Genehmigung wahrscheinlich Essig sein. Und dann?

„Dann gäbe es mehrere Möglichkeiten“, sagt Joachim Homburg, wobei er ganz bewusst im Konjunktiv bleibt. Es dürfte dann darauf hinauslaufen, dass der Bauherr das Gebäude auf eigene Kosten soweit zurückbauen muss, bis es der Baugenehmigung entspricht. Ein Abriss wäre jedoch unwahrscheinlich.

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