Drei neue Mehrparteienhäuser und ein falscher Parkplatz

Wohnen in der Innenstadt

Das rot markierte Gebiet zeigt die Flächen an, um die es geht. Rechts davon liegt der Amtshof, am linken Bildrand sind die Gebäude der Berufsbildenden Schulen. - Grafik: Stadt Syke

Syke - Von Michael Walter. Einen nicht genutzten Bereich im Stadtzentrum in ein kleines Wohngebiet umwandeln und nebenbei auch noch einen verkorksten Bebauungsplan nachträglich heilen: Das möchte die Stadtverwaltung zusammen mit der Syker Politik in den nächsten Wochen und Monaten auf den Weg bringen.

Konkret geht es dabei um ein rund 10 000 m² umfassendes Areal an der Georg-Hoffmann-Straße zwischen dem Amtshof und den Berufsbildenden Schulen (BBS). Die eine Hälfte davon gehört einem Investor, der auf seinem Teil des Geländes mehrere Wohngebäude errichten möchte. Die andere Hälfte gehört zum weitaus größten Teil dem Landkreis und zu einem deutlich kleineren Teil dem Land.

Was hat dann die Stadt damit zu tun, wenn sie gar nicht Eigentümer ist? – Ganz einfach: Sie hat das Gelände lange schon verplant. Es ist im Flächennutzungsplan als „Gemeinbedarfsfläche Schule“ dargestellt, und diese Darstellung wurde im Bebauungsplan „Umgebung des Schulgeländes im Neddenborgsfeld“ übernommen. Den hat der Syker Rat 1980 beschlossen.

Solche zweieinhalbgeschossigen Mehrparteienhäuser könnten bald zwischen Amtsgericht und BBS entstehen. 

Seitdem ist viel Wasser die Hache hinuntergeflossen. Die Stadtverwaltung hält den Bebauungsplan für nicht mehr zeitgemäß und möchte den Rat überzeugen, ihn zu ändern.

Der Hauptgrund dafür dürfte sicherlich die Anfrage des besagten Investors sein, der zwischen der Einfahrt zum Amtshof-Parkplatz und der Riedenpassage drei Mehrfamilienhäuser an der Georg-Hoffmann-Straße errichten möchte. „Angedacht sind 2 ½-geschossige Wohngebäude mit circa 20 Wohneinheiten“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Politik. Die dafür erforderlichen Pkw-Stellplätze sollen überwiegend durch Tiefgaragen sichergestellt werden. Auf dem Grundstück solle außerdem „erhaltenswerter Baumbestand gesichert werden“.

Hinzu kommt: Im Bereich des Amtshof-Parkplatzes entspricht der gültige Bebauungsplan schon lange nicht mehr der Realität. Denn ein Teil des Geländes, auf dem er sich befindet, ist planerisch als Grünfläche definiert.

Wie es dazu kommen konnte, dass der Landkreis sich damals den Bau dieses Parkplatzes überhaupt genehmigen konnte, obwohl er gegen die planerischen Festsetzungen verstößt, erklärt die Beschlussvorlage nicht. Sie empfiehlt jedoch, diesen Zustand zu beenden. „Insofern soll der in diesem Teilgebiet fehlerhafte Bebauungsplan geheilt werden.“

Die Beratung dieses Themas in den politischen Gremien dürfte voraussichtlich im Mai beginnen.

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