Kaputter Maschendrahtzaun

Wochenlanges Warten auf Bagatellschaden-Regulierung in Barrien

Volkard Wetjen zeigt: Da hinten grenzt das städtische Waldstück an sein Grundstück. Bei Fällarbeiten ist sein Zaun an zahlreichen Stellen eingedrückt und an einer Stelle durchschlagen worden.
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Volkard Wetjen zeigt: Da hinten grenzt das städtische Waldstück an sein Grundstück. Bei Fällarbeiten ist sein Zaun an zahlreichen Stellen eingedrückt und an einer Stelle durchschlagen worden.

Volkard Wetjen ärgert sich. „Ich habe den Eindruck, die Stadt versucht uns am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen. Ich verstehe bloß nicht, warum.“ Seit sechs Wochen läuft der Rentner aus Barrien der Stadtverwaltung wegen der Regulierung eines Bagatellschadens hinterher. Mit einem halben Dutzend Personen hatte er seitdem Kontakt – jeweils mehrfach – und jede erzählt ihm etwas anderes.

Barrien – In der ersten Dezemberwoche waren Volkard und Ruth Wetjen aus dem Urlaub zurückgekommen und hatten den Schaden entdeckt: Ihr Grundstück grenzt an ein kleines Waldgebiet, das sich im Eigentum der Stadt Syke befindet. Bei Baumfällarbeiten war Wetjens Maschendrahtzaun an mehreren Stellen eingedrückt und an einer Stelle glatt durchstoßen worden. Eine Kleinigkeit, die sich schnell regeln lassen würde – dachte er.

Marathon-Suche nach dem korrekten Ansprechpartner in der Syker Stadtverwaltung

Wetjens erster Anruf im Rathaus galt Stadtbiologin Angelika Hanel – die sich laut seiner Darstellung zwar als durchaus zuständig für das Thema Grün- und Biotoppflege, aber nicht für die Regulierung von Schadensfällen erklärte. Sie verwies Wetjen an einen Kollegen – der sich ebenfalls für nicht zuständig erklärte und an Ansprechpartnerin Nummer drei verwies. „Die Dame sagte mir dann, sie müsse erst einmal feststellen, wer den Schaden überhaupt verursacht habe. Sie würde sich melden“, erzählt Volkard Wetjen.

Eine ganze Zeit wartete der Rentner vergeblich auf diese Rückmeldung. Dann schrieb er Bürgermeisterin Suse Laue direkt an, schilderte den Fall und erhielt von ihr die Antwort: „Wir kümmern uns!“ Daraufhin meldete sich Stadtbiologin Angelika Hanel bei Wetjen und teilte ihm mit: nicht die Stadt habe die Fällarbeiten durchgeführt, sondern die Forstverwaltung. Wetjen nahm also Kontakt auf zu Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier. „Der sagte, ihm sei nichts bekannt von Waldarbeiten in Barrien. Die Stadt müsse das wissen.“

Wetjen will wissen, wie er den Regulierungsprozess unterstützen kann ‒ keine Antwort

Wetjen versuchte also, erneut Angelika Hanel zu erreichen – was ihm aber nicht gelang. Dafür erhielt er zwischenzeitlich von seiner Ansprechpartnerin Nummer drei die Auskunft: Inzwischen habe sich herausgestellt, dass doch die Stadtverwaltung die Fällarbeiten veranlasst hatte. Ausgeführt worden seien sie aber nicht von städtischen Mitarbeitern, sondern der Auftrag sei an eine Fremdfirma vergeben worden. Damit sei die Stadt aber aus der Haftpflicht raus und Wetjen müsse sich direkt an die beauftragte Firma wenden.

Das Loch im Zaun hat Wetjen provisorisch verschlossen. „Damit mir nicht die Rehe in den Garten kommen.“ Seit sechs Wochen läuft er der Stadt wegen der Regulierung des Schadens hinterher. Doch im Rathaus fühlt sich anscheinend niemand dafür zuständig.

Verärgert schrieb er ein weiteres Mal die Bürgermeisterin an. Ihre Antwort: Die Stadt werde Kontakt zu der Firma aufnehmen und sich bei Wetjen melden, sobald die Rückmeldung dieser Firma vorliege. „Das war am 17. Dezember“, sagt Wetjen und zeigt die Einträge auf seinem Handy. „Seitdem habe ich nichts mehr gehört. Trotz mehrerer Nachfragen.“ Unter anderem hatte Wetjen wissen wollen, ob er den Ablauf beschleunigen könne. Etwa indem er selber einen Kostenvoranschlag für die Reparatur seines Zauns erstellen ließe. Aber: keine Reaktion.

Fremdfirma kündigt Schadensregulierung für Ende Januar an

„Nein, Herr Wetjen muss nichts machen“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue auf Nachfrage der Kreiszeitung. „Er muss auch hinter niemandem mehr herlaufen. Wir haben die Firma schriftlich aufgefordert, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Die Abwicklung des Schadens muss dann über die Firma erfolgen.“ Laue räumt ein: „Es kann natürlich nicht angehen, dass jemand geschädigt wird und dann nichts passiert.“

Gegenüber der Kreiszeitung sichert die Bürgermeisterin zu, noch einmal direkten Kontakt mit dem Firmeninhaber aufzunehmen. Kurz nach diesem Gespräch meldet der sich tatsächlich bei Volkard Wetjen. „Wir haben jetzt für Ende Januar einen Termin abgesprochen, an dem er den Zaun reparieren will“, sagt Wetjen. „Dann hoffen wir mal, dass die Sache danach tatsächlich erledigt ist.“

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