1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Syke

Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Gregor Hühne

Kommentare

Flächenplan.
Positivflächen: Die gelben Räume markieren mögliche Standorte für Windkraftanlagen mit einem Abstand von 1 250 Metern zur Wohnbebauung. Der grüne Bereich bedeutet nur 400 Meter Abstand zu Wohnhäusern. © NWP Planungsbüro

Syke muss seinen Flächennutzungsplan überarbeiten. Um ausreichend Fläche für die Energiewende bereitzustellen, muss die Stadt künftig mehr Gebiete für mögliche Windkraftanlagen zur Verfügung stellen. Ein Planungsbüro hat nun einen Vorschlag erarbeitet, welche Flächen überhaupt in Frage kommen. Nun muss die Politik entscheiden, wo künftig der regenerative Strom aus Windkraft erzeugt werden soll.

Syke – Der Flächennutzungsplan der Stadt Syke für Windkraft ist nicht mehr aktuell und rechtssicher. Die Ausweisung von Flächen für Windräder, derzeit 0,27 Prozent, reicht nicht mehr aus. Daher muss ein neuer her. Der Ausschuss für Umwelt und Bauen gab nun grünes Licht für die grüne Energie – eine Richtungsentscheidung.

Dazu hat das Planungsbüro NWP einen Vorschlag ausgearbeitet. Der neue Flächennutzungsplan soll eine Lebensdauer von rund 10 bis 15 Jahren haben und künftig 3,17 Prozent der Stadtfläche für Windkraftnutzung ausweisen. Das wären dann 406 Hektar statt bisher 29. Der abschließende Plan muss vom Rat beschlossen werden.

Der Umwelt- und Bauausschuss informierte sich am Donnerstagabend über den Entwurf, den das Planungsbüro NWP ausgearbeitet hatte und präsentierte. Demnach kommen in Syke fünf Standorte für eine mögliche Flächenausweisung für Windenergieanlagen (WEA) in Betracht: nördlich von Ristedt, westlich von Okel, nordöstlich von Okel, östlich von Osterholz sowie nordöstlich von Wachendorf.

Handwerklich ist der Vorschlag zu 98 Prozent sicher.

Stellungnahme Planungsbüro NWP

Wie wichtig ein Tätigwerden ist, unterstrich kürzlich Bundesumweltminister Robert Habeck. So sollen zwei Prozent der Flächen in Deutschland für die Windkraftnutzung zur Verfügung gestellt werden. Mit der aktuell geringen Ausweisungsfläche in Syke mache sich die Stadt juristisch angreifbar. Richter könnten urteilen, dass „ein essenzieller Raum zur Verfügung“ stehen müsse. Das sei derzeit nicht der Fall, erklärt Jochen Harries (FWG) den Handlungsdruck der Stadt.

Dem Vorschlag der NWP-Experten, der den Ratsmitgliedern vorgestellt wurde, liegen viele Aspekte zugrunde, die Eingang in den Flächenvorschlag fanden: Brutgebiete von Vögeln, eine Radaranlage der Bundeswehr, der Bremer Flugverkehr, das Freihalten von Sichtachsen, sogenannte Verriegelung von Wohngebieten sowie das Landschaftsbild. Unter anderem die Einwände von Privatpersonen, Energieversorgern sowie des BUND gelangten in die Planarbeit. Weiteres Kriterium war eine Konzentrationsmöglichkeit von mindestens drei WEA.

Drei-Kilometer-Abstand zwischen Windparks

2020 waren Windräder in Deutschland im Durchschnitt 209 Meter hoch, so Andreas Taudien vom Planungsbüro NWP. Den Planungen für Syke lag derweil die Maßgabe zugrunde, dass stets drei Kilometer zwischen den möglichen Windparks liegen sollen. Das bedeutet, entweder entscheidet sich die Politik später für die Gebiete nordöstlich von Okel und nordöstlich von Wachendorf oder stattdessen nur für den Raum östlich von Osterholz. An die Drei-Kilometer-Regelung seien Nachbargemeinden nicht gebunden, sodass es dort zu einer künftigen Häufung kommen könne.

Ausweisung ist kein Kosten-Nutzen-Plan

Ratsmitglied Tahir Göcmen (SPD) beklagte, dass eine Kosten-Nutzen-Analyse in dem Vorschlag des Planungsbüros fehle. Wie viele Windräder auf der Fläche gebaut werden könnten und ob sich das Ganze für die Stadt lohne, wollte er wissen: „Es geht hier ja nicht um 100 Quadratmeter, sondern um 400 Hektar.“ Ein NWP-Sprecher entgegnete, dass die Wirtschaftlichkeit nicht Aufgabe eines Flächennutzungsplans sei. Da gehe es lediglich darum, Flächen für bestimmte Nutzungen aufzuzeigen, nicht darum, „wie viel“ da geht.

Eine weitere Frage bezog sich auf den Schattenwurf von Windrädern. Der fand Berücksichtigung, so NWP. Es gebe rechtliche Grenzwerte und sogar Schattenboxen, mit denen dieser Aspekt Eingang in eine Planung finde. Es könne sogar soweit kommen, dass es aufgrund von Schatten oder Fledermaus-Bewegung zu Abschaltzeiten ganzer Windparks komme.

Wilken Hartje (CDU) fragte, ob es ganz sicher keine anderen Gebiete in Syke gibt, die für WEA geeignet seien wie beispielsweise die Flächen im Südwesten. Laut NWP dürfte es keine Fehler in der Planung geben. „Handwerklich ist das zu 98 Prozent sicher.“

Auch interessant

Kommentare