Bereits 45 Mitglieder

Neues Bündnis „Wir sind mehr“ will gegen Rassismus kämpfen

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Vertreter verschiedener Organisationen und Gruppen bündeln gemeinsam mit Bürgern ihre Kräfte im neuen Bündnis „Wir sind mehr“, das im Landkreis Diepholz neue Impulse setzen will. 

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es ist die Sorge um den Frieden in Europa, die Vertreter verschiedener Organisationen an einen Tisch gebracht hat: „Europa steht vor einem erschreckenden Wandel. Alltagsrassismus und offene Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig“, stellen ihre Sprecher unisono fest. Sie wollen dagegen ein klares Zeichen setzen – und haben im Landkreis Diepholz das Bündnis „Wir sind mehr“ gegründet. 45 Mitglieder arbeiten bereits mit, so die Botschaft des Führungsteams im Gleis 1 in Syke.

Es sind Vertreter der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), der IG Metall und der Jusos, des Welthauses Barnstorf, des VNB (Verein niedersächsischer Bildungsinitiativen), der Organisationen Midea und Seebrücke sowie Intakt Syke, Mitglieder des GEW-Arbeitskreises „Courage gegen Rechts“ und andere mehr, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Das Team verzichtet bewusst auf starre Vereinsstrukturen.

Gemeinsam hat es ein Positionspapier verfasst. „Wir treten in unserem regionalen Umfeld und in unserem Land für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe und soziale Gerechtigkeit selbstverständlich sind“, heißt es darin.

Offensiv will sich das Bündnis gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze stellen – und deshalb vor allem über Hintergründe aufklären und Fakten öffentlich machen. Wie am 15. November um 20 Uhr in der Penne in Twistringen: Dorthin hat die GEW die Journalistin Andrea Röpke eingeladen, die seit Jahren in der Rechten Szene recherchiert.

Auch ein „Konzert gegen Rechts“ ist geplant

„Wir stehen in unserem sozialen Umfeld ein für Solidarität und Menschlichkeit, stehen ein für gelingende Integration, für Neugier, Freundschaft und gelebte Demokratie“, formuliert das Bündnis einen weiteren Punkt – und hofft auf weitere Organisationen, die sich anschließen. Einerseits wollen die Mitglieder einen direkten Kontakt pflegen, andererseits aber auch in den sozialen Medien auf sich aufmerksam machen.

Siard Schulz, neuer Kreisvorsitzender der Jusos, formuliert diese Internet-Präsenz als klares Ziel. Außerdem kündigt Schulz ein „Konzert gegen Rechts“ an, das am 17. November von 18 bis 22 Uhr viele Zuhörer ins Syker Gleis 1 locken soll.

Ziel der Organisationen im Bündnis sei es ebenso, sich bei solchen Veranstaltungen gegenseitig zu unterstützen, erklärt Erika Schneider. „Genauso wichtig ist uns die Situation der Geflüchteten“, sagt Michael Röder – und erinnert an die Arbeit zahlreicher Menschen im Landkreis, die seit Jahren mit Geflüchteten zusammenarbeiten.

DGB-Kreisvorsitzender Matthias Müller betont die klare Abgrenzung der Gewerkschaften von der AfD. Warum das extrem wichtig sei, das würde allen Mitgliedern genau erläutert: „Sonst könnte es so ähnlich laufen wie damals in der Weimarer Republik...“

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