„Wir im Norden“ wird ILE-Förderregion: Bürgermeister planen nächste Schritte

Kümmerer gesucht

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Hand in Hand in die Zukunft: Die Bürgermeister (v.l.) Niels Thomsen (Stuhr), Martin Schlake (Twistringen), Andreas Bovenschulte (Weyhe), Christian Porsch (Bassum) und Suse Laue (Syke). Im Hintergrund Björn Weber, der als Projektleiter das Entwicklungskonzept der Win-Region betreut hatte.

Syke - Von Frank Jaursch. Der optimistische Name „Win“ hat offenbar gewirkt: Der Zusammenschluss „Wir im Norden“ (Win) der Nachbarn aus Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum und Twistringen ist in die EU-Förderrichtlinie der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) aufgenommen worden. Gestern haben die fünf beteiligten Bürgermeister sich im Syker Rathaus zu dem Erfolg und zu ihren Plänen geäußert.

Seit einigen Wochen sind die Mitarbeiter der Syker Verwaltung mit großem Eifer im Stadtbereich mit E-Bikes unterwegs. Treten müssen sie dafür schon selbst, aber die Unterstützung durch den Motor macht den Weg weniger mühsam – und auch lange Wege verlieren ein bisschen ihren Schrecken.

Ganz ähnlich dürfte es sich in Zukunft bei der „Win“-Kooperation verhalten: Um gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen, müssen die Teilnehmer aktiv werden, Energie investieren, auch schon mal einen langen Atem beweisen. Aber mit den Fördermitteln aus dem Förderprogramm für ländliche Entwicklung könnte all das ein bisschen leichter fallen.

Fünf Themenbereiche(Standortattraktivität und Wohnen, Energie und Klima, Soziales Leben, Daseinsvorsorge und regionale Wirtschaftsentwicklung) hatte die Gruppe definiert – und zwar unter Mithilfe engagierter Bürger. Diese Bürgerbeteiligung war „ein ausschlaggebender Grund“ für die Aufnahme ins Programm, ist sich Björn Weber vom Planungsbüro Grontmij sicher. Er hatte als Projektleiter die Erstellung des Konzepts betreut.

Zwar hat die EU die Förderrichtlinien bislang noch nicht verabschiedet, dieser Umstand aber heißt nicht, dass man nicht schon tätig werden könne. Der nächste Schritt wird das Finden eines Regionalmanagers sein: Dieser soll die gemeinsam formulierten Ziele der fünf Kommunen mit Leben und Projekten füllen. Zudem kann er im schwer zu durchschauenden „Dschungel der Fördermöglichkeiten“ (Weber) den Überblick behalten.

Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte bezeichnet einen solchen „Kümmerer“, der „morgens mit dem Gedanken aufwacht: ‚Wie bring ich die Region voran?‘, und abends mit diesem Gedanken ins Bett geht“, als enormen Gewinn für die Region.

Ziel: Entwicklung

des „Win-Gefühls“

Martin Schlake (Bürgermeister von Twistringen) ist sicher, dass ein „Externer“ einen besseren Blick darauf hat: „Ist dies oder das jetzt gut für die Region?“

Um diesen Mr. X (der sicher auch eine Mrs. X sein darf) zu finden, wollen sich die Verwaltungschefs in den kommenen Wochen über das Vorgehen verständigen: Wird jemand zu diesem Zweck eingestellt, oder nimmt man eine Dienstleistung in Anspruch?

Der eigentlich Knackpunkt aber wird weder die Begeisterung der Bürgermeister noch der Elan des Regionalmanagers sein: Wichtiger ist, dass die Mitarbeiter in den Verwaltungen das Wir-Gefühl – oder besser ein Win-Gefühl – entwickeln. Dieses Gemeinsame „muss in den Verwaltungen völlig verinnerlicht werden“, meint Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen. „Es muss gelebt werden“, pflichtet ihm seine Syker Amtskollegin Suse Laue bei. Dann könnten alle vom Know-how der Nachbarn profitieren.

Dass nicht das konkretere, aber budgetierte Leader-Programm, sondern ILE die neue Heimat der Win-Region wird, sehen die Bürgermeister als große Chance. Weber bestätigt: Es gibt mehrere ILE-Regionen, die in der Vergangenheit weit mehr an Fördermitteln requirieren konnten, als ihnen beim Leader-Programm möglich gewesen wäre.

Dass es nicht um das bloße Abgreifen von Fördergeldern geht, unterstreicht Thomsen: „Wir wollen hier Strukturen schaffen, die auch über die Sieben-Jahres-Periode hinaus Bestand haben.“

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