Genreübergreifend und melodisch 

Das ist das Programm für das 15. Festival Jazz Folk Bike

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Grooven sich schon mal ein auf das Festival „Jazz Folk Bike“: Dr. Ralf Vogeding, Rainer Köster, Nicole Giese, Gertrud Harthus und Gerd Harthus (von links nach rechts). 

Syke - Von Michael Walter. Mit dem Fahrrad zu historischen Orten fahren und dort handgemachte Musik hören – das war die ursprüngliche Idee hinter dem Festival Jazz Folk Bike. Sie hat sich seitdem ein bisschen verändert. Die Fahrradtour von einem Konzert zum anderen ist deutlich in den Hintergrund getreten. Geblieben ist das Festival: Es erlebt in diesem Jahr seine 15. Auflage. Gestern stellten die Macher das Programm vor.

Das sind vor allem die führenden Köpfe des Konzertvereins JFK: Gertrud und Gerd Harthus sowie Rainer Köster. „Auch das war früher ein bisschen anders“, sagt Museumsleiter Ralf Vogeding als Gastgeber des Eröffnungskonzerts. Anfangs waren noch andere Veranstalter stark beteiligt. Vogeding nennt etwa den Kulturverein Rüttelschuh. „Nach und nach ist das Festival immer mehr eine JFK-Sache geworden.“ Was er nicht schlecht findet! Zumal es das Management vereinfacht und so etwas wie eine thematische Ausrichtung überhaupt erst ermöglicht.

„Nord – Ost – West“ lautet dieses Jahr das Motto. Nord steht dabei symbolisch für Norwegen: Drei der sechs Festival-Acts kommen von dort. Ost steht für Folkmusik aus Georgien, West verkörpern die saarländische Musikerin Nicole Johänntgen und Teresa Bergmann aus Neuseeland.

Forum der Konzerte sind am Wochenende vom 9., 10. und 11. Juni das Kreismuseum, das Theater, das Vorwerk, der Konzertsaal der Kreissparkasse und – erstmalig – der Sommergarten des Restaurants Maximilian.

„Es ist das mit Abstand anspruchsvollste Programm, das wir je hatten“, sagt Gerd Harthus. Obwohl er im Vorfeld auch einige Abstriche machen musste. So hatte sich etwa die ursprünglich geplante Weltpremiere von Daniel Herskedal mit einem Sinfonieorchester aus finanziellen Gründen nicht realisieren lassen (wir berichteten). Somit kommt Herskedal jetzt „nur“ als Quintett. Trotzdem kann sich das Programm absolut sehen lassen.

Gertrud Harthus ergänzt: „Wir machen hier nichts für die Jazz-Polizei!“ Womit sie die Hardliner meint, die nur ganz bestimmte Formen und Instrumentierungen als Jazz gelten lassen. „Das, was wir hier bieten, wäre denen nicht schräg genug“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Und ihr JFK-Kollege Rainer Köster betont: Das gesamte Programm sei eher genreübergreifend, durchweg sehr melodisch und daher gut anhörbar.

Karten ab sofort im Vorverkauf

Den Auftakt gibt am 9. Juni um 20 Uhr im Museum die georgische Sängerin Natalia Vanishvili mit ihrer Band Cicinatela. Die Gruppe kombiniert traditionelle Lieder aus Georgien mit Einflüssen aus Jazz und Swing. Das Ergebnis: Wunderschöne, mit Leidenschaft und Vitalität gespielte Musik.

Eine doppelte Portion Norwegen gibt es am 10. Juni: Um 17.30 Uhr spielt das Hakon Kornstad Ensemble im Konzertsaal der Sparkasse, um 20.30 folgt im Theater das Trondheim Jazz Orchester. Auch das wäre normalerweise für einen kleinen Verein wie JFK gar nicht finanzierbar, sagt Gerd Harthus. Dass er das Orchester trotzdem engagieren konnte, hängt mit dem Kultursponsoring der norwegischen Regierung zusammen, aber auch mit Harthus' gutem Draht zum musikalischen Leiter. „Ich hab einfach mal eine Summe genannt, die wir bezahlen können, und wider Erwarten hat er zugesagt.“

Seine Frau Gertrud kann indes zu Hakon Kornstad eine Geschichte erzählen. Der Saxophonist verbindet mittlerweile Jazz mit Oper. Und der Grund dafür ist zumindest teilweise das Festival Jazz Folk Bike. „2010 hatte er in der Barrier Kirche zum ersten Mal bei einem Konzert gesungen. Das war spontan, und er hat mir hinterher erzählt, dass er sich das nur getraut hat, weil die Verbindung zum Publikum so besonders gewesen ist.“ Später hat Kornstad dann eine Opernausbildung absolviert. Und sein aktuelles Programm trägt den Titel „Tenor Battle“.

Gleich drei Konzerte gibt es am 11. Juni: Um 11.30 Uhr spielt Teresa Bergman im Maximilian. „Eine Singer-Songwriterin wie sie im Buche steht“, sagt Gerd Harthus. Nicole Johänntgen präsentiert ab 15 Uhr im Garten des Vorwerks ihre Interpretation von New Orleans Jazz des 21. Jahrhunderts. Und das Daniel Herskedal Quintett setzt um 17.30 Uhr in der Sparkasse den Schlusspunkt.

Karten gibt es ab sofort im Vorverkauf: Für das gesamte Festival, für einzelne Tage sowie für einzelne Konzerte. Zum Beispiel im Stadtbüro der Kreiszeitung an der Hauptstraße 6.

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