„Wir können alle nicht zaubern“

Lindhof-Rektorin Ursula Buchwald-Wachendorf spricht über die GTS

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Ursula Buchwald Wachendorf.

Syke - Von Michael Walter. Eine „richtige“ ganztägige Grundschule – das war das ideelle Baby von Ursula Buchwald-Wachendorf. Mit der Einführung der teilgebundenen Form im Sommer 2016 war sie diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Jetzt rudert die Leiterin der Grundschule am Lindhof wieder zurück und beantragt die Umwandlung in eine offene Schulform mit freiwilliger Teilnahme am Nachmittagsangebot.

Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Ursula Buchwald-Wachendorf: Die Rahmenbedingungen stimmen nicht. Wir sind von unseren Fördermöglichkeiten her schlechter gestellt als zu der Zeit, als wir noch Halbtagsschule waren. Wir sind auf über 400 Schüler gewachsen und haben fast alle Räume in Klassenräume umfunktionieren müssen, sogar den Computerraum. Wir haben derzeit über 40 Inklusionskinder mit besonderem Betreuungsbedarf. Es fehlen Schulsozialarbeiter. Und dann ist da noch die personalrechtliche Situation: Lehrer sind Landesbedienstete, das ehemalige Hortpersonal ist bei der Stadt angestellt. Lehrer und Erzieher dürfen nicht miteinander über die Kinder reden. Streng genommen dürfen sie nicht einmal im gleichen Raum sein. Theoretisch müssten wir sogar die Mensa zweiteilen. Es könnte sich ja ansonsten ein Anspruch auf Übernahme in den Landesdienst ergeben. Einen einzelnen dieser Punkte kann man auffangen. Aber wenn mehrere Räder in diesem Getriebe nicht funktionieren, können wir einfach den Kindern nicht mehr gerecht werden. Daher müssen wir jetzt einen Schritt zurückgehen.

Woran liegt es, dass diese Rahmenbedingungen nicht stimmen?

Buchwald-Wachendorf: Das ist nicht die Schuld von Einzelnen! Lehrer, Sonderpädagogen und Sozialarbeiter müssen ausgebildet werden. Es gibt sie nicht. Es ist alles geplant und gedacht – aber es ist noch nicht da. Wir können alle nicht zaubern. Vielleicht sind wir mit der teilgebundenen Ganztagsschule einfach ein bisschen zu früh gewesen.

Und sind Sie jetzt mit dem Antrag auf Umwandlung in eine offene Ganztagsform nicht vielleicht auch wieder ein bisschen zu früh? Immerhin plant die Stadt eine weitere Grundschule an der Ferdinand-Salfer-Straße. Das würde am Lindhof doch mindestens die angespannte Raumsituation entlasten.

Buchwald-Wachendorf: Ja, aber die räumliche Situation ist ja nur ein Aspekt von vielen. Insgesamt würde eine neue Grundschule keine sofortige Entlastung bedeuten, sondern erst nach drei bis vier Jahren.

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