Vorstand der Syker Awo-Ortsgruppe will Gespräche führen

„Wir hätten die Mitglieder besser informieren müssen“

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Wohin der Weg des Awo-Ortsvereins führt, ist ungewiss.

Syke - Von Frank Jaursch. Wohin geht es mit dem Syker Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo)? Der Vorstand hatte sich auf der Jahreshauptversammlung heftiger Kritik aus den Reihen der eigenen Mitglieder erwehren müssen, ein Antrag auf ein Misstrauensvotum scheiterte letztlich im Wesentlichen nur daran, dass die Satzung des Ortsvereins ein solches Konstrukt gar nicht vorsieht.

Worum aber geht es eigentlich in diesem Konflikt? Was wird dem Vorstand um die Vorsitzende Irma Kraps und ihren Stellvertreter Torsten Krüger vorgeworfen? Eine konkrete Antwort bleiben auch die Kritiker schuldig.

Offenkundig scheint aber eines: Die Auseinandersetzung ist quasi ein Stellvertreter-Krieg für den Konflikt rund um den Kreisvorsitzenden Peter Cohrsen. Der sah sich in den vergangenen Monaten unterschiedlichen Vorwürfen ausgesetzt. Sein Verhalten wurde unter anderem als „undemokratisch, egoistisch und realitätsfremd“ bezeichnet (wir berichteten).

Für die im Mai bevorstehende Versammlung des Awo-Kreisverbandes gilt es nun, Delegierte zu bestimmen. Genau die werden darüber abstimmen, wie es im Kreisverband weitergehen soll.

Der Syker Ortsverein stand bislang deutlich auf Seiten der Cohrsen-Kritiker: Kraps und Krüger, selbst auch Mitglieder des Kreisvorstandes, haben sich deutlich gegen Cohrsen positioniert und streben dessen Rücktritt oder Entmachtung an.

Vorstand wird scharf kritisiert

Doch in der Syker Awo rumort es: Der Vorstand wurde in Sachen Informationspolitik scharf kritisiert: Die Mitglieder bemängelten unter anderem, erst aus der Zeitung von dem Konflikt erfahren zu haben. Zwar wurde der Antrag eines Misstrauensvotums aus formalen Gründen abgelehnt. Im Raum steht dennoch das Misstrauen gegen Kraps und Krüger. Das zeigte sich nicht zuletzt in einer langen Unterschriftenliste. Als Grund für ihre Unterschrift gaben Mitglieder an, dass das Vertrauensverhältnis empfindlich gestört sei. „Die sorgen für Unruhe und arbeiten nur im Untergrund“, so ein Vorwurf an Kraps und Krüger.

Krüger selbst weist diese Vorwürfe zurück. Der zweite Vorsitzende des Ortsvereins erkennt aber den großen Informationsbedarf in den Reihen seiner Mitglieder – und räumt darin auch Defizite ein: „Wir hätten die Mitglieder im Vorfeld besser informieren müssen.“

Die Jahreshauptversammlung gab einen Einblick in die Stimmungslage im Ortsverein: Der Vorstand stand weitgehend isoliert da, sah sich einer kritischen Mehrheit gegenüber. Schlecht kam auch bei vielen Mitgliedern an, dass der Vorstand sich geweigert hatte, neue Awo-Mitglieder in den Ortsverein aufzunehmen – wohl aus Angst, die Mehrheitsverhältnisse würden sich weiter zu ihren Ungunsten verschieben.

Versammlung entlastet Vorstand nicht

Dass es eine ganze Reihe an Baustellen in Syke gibt, dokumentiert auch der Umstand, dass die Versammlung den Vorstand nicht entlastete. Einzelne Belege der von Anja Cordßen geführten Kasse hatte Fragen aufgeworfen; der Kassenbericht wird nun im Awo-Bezirksverband geprüft. Detail am Rand: Cordßen ist nicht nur die Frau des 2. Vorsitzenden Torsten Krüger, sondern auch Kreisgeschäftsführerin. Als solche war sie in der Vergangenheit mehrfach heftig mit ihrem Kreisvorsitzenden Peter Cohrsen aneinandergeraten.

Der Kritik aus den eigenen Reihen will der Vorstand nicht öffentlich begegnen, sondern lieber in Gesprächen. „Vor allem wollen wir in der Sache weiterkommen“, sagt Krüger, der sich vor allem darauf konzentrieren möchte, „die Dinge zu machen, für die wir in der Awo sind“.

Wohin der Ortsverein treibt, ist derzeit unklar. Klarheit dürfte erst eine neue Versammlung bringen. Dafür wäre aber ein erneuter Antrag erforderlich – diesmal ohne Formfehler.

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