Am Hachepark-Center

Reisende Betrüger-Banden: Waren Berufsbettler in Syke aktiv?

Papp-Schild mit einer Bettel-Masche.
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Laut Polizei sind vermeintlich Bedürftige in Deutschland oft bandenmäßig organisiert.

Die Polizei warnt: Reisende Banden aus dem Ausland sind ein immer wiederkehrendes Problem - auch im Landkreis Diepholz. Die Maschen der Betrüger sind dabei ein deutschlandweit bekanntes Phänomen. Die Polizei hofft, vor einem Jahr einen abschreckenden Eindruck hinterlassen zu haben. Die Beamten haben die „Tageseinnahmen“ der Betrüger eingezogen und ihnen damit gehörig das „Geschäft“ vermiest. Somit konnten die ergaunerten Spenden doch noch einem guten Zweck zugeführt werden – und zwar der Staatskasse.

Syke – „Ich bin taubstumm, bitte helfen Sie mir“ – Zettel mit dieser Aufschrift sind laut Informationen der Kreiszeitung auf dem Parkplatz vor dem Hachepark-Center an Kunden verteilt worden. Menschen in Not? Oder nur eine Abzocke? Wir haben uns umgehört.

Der Polizei im Landkreis ist aktuell nichts bekannt: „Keine Lagemeldung von den Ermittlern- und Streifenpolizisten“, heißt es auf Nachfrage bei der Pressestelle. Laut Präventionsdienst gab es die letzte große Betrugs-Serie im Kreis vor rund einem Jahr. Vor einem McDonald’s-Restaurant sei den Tätern jedoch das Geschäft vermiest worden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft zog die Polizei damals die Tageseinnahmen der ausländischen Täter ein. Der „niedrige dreistellige Betrag“ ging in den Staatshaushalt, die Berufs-Bettler verließen daraufhin den Landkreis Diepholz – und meiden ihn seitdem anscheinend.

Polizei Diepholz: „Wir haben sie vergrämt“

„Wir haben sie vergrämt“, sagt Gunda Dreesmann, die bei der Polizeiinspektion Diepholz das Fachkommissariat für Betrugsbekämpfung leitet. „Definitiv gewerbsmäßig war das“, sagt sie rückblickend. Berufs-Bettler, die nicht aus der Region kommen, wurden damals an belebten Orten ausgesetzt und am Ende des Tages mit Fahrzeugen wieder eingesammelt. Die Kennzeichen waren laut Ermittlern auf den Raum Nordrhein-Westfahlen registriert.

Wie funktioniert die Masche taubstumm? „Die Täter müssen sich nicht erklären, das ist ideal. Die wollen nicht reden, nur Geld“, erklärt Gunda Dreesmann. Grundsätzlich sei Vorsicht geboten. Betteln ist generell erlaubt, solange es nicht aggressiv ist. Jeder solle genau hinschauen, ob Personen gezielt zum Betteln abgesetzt wurden.

Famila ohne Kenntnis über Betrüger auf dem Parkplatz

Der famila-Verbrauchermarkt in Syke selbst habe derweil von der vermeintlichen Betrugsaktion auf dem Parkplatz, an dem rund ein Dutzend Anrainer liegen, nichts mitbekommen. Es hätten sich keine Kunden an die Info des Marktes gewendet, hieß es auf Nachfrage.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholt: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Der neue Marktleiter Frank Kirsch könne nicht sagen, ob und welche Fälle sich vor seiner Zeit dort abspielten. Im Markt selbst sei ihm kein Fall von Bettelei bekannt. Es sei jedoch einmal zu einem „Rosenverkauf“ auf dem Parkplatz des Hachepark-Centers gekommen. Möglich, dass dabei günstig in einem Laden Blumen gekauft und teurer verkauft wurden, spekuliert er.

Wird eine Masche nicht bemerkt, wird sie zum Selbstläufer.

Frank Kirsch, Marktleiter famila Syke

Frank Kirsch hat in seiner rund 40-jährigen Tätigkeit im Einzelhandel viele Stationen hinter sich: Bayern, Schleswig-Holstein, Syke. „Habe alles schon einmal mitbekommen.“ Betrugs-Maschen seien nationale Phänomene. „Wird eine Masche nicht bemerkt, wird sie zum Selbstläufer“, sagt Kirsch. Deshalb müsse man stets darauf achten und reagieren. Wenn Banden merken, dass es für sie an einem Ort unbequem wird, zögen sie weiter.

Die Pressestelle der Bünting-Gruppe, zu der die Marke famila gehört, teilt auf Nachfrage mit: „Sollten unseren Mitarbeitern betrügerische Aktivitäten auffallen, weisen sie die betreffenden Personen an, das Verhalten einzustellen respektive sich umgehend zurückzuziehen.“ Und weiter: „Falls erforderlich, macht die Marktleitung vom Hausrecht Gebrauch und spricht einen Platzverweis aus oder zieht die Polizei hinzu.“

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