Einsatzfahrzeug getauscht und neue Logistikgruppe gegründet

Win-Win-Situation für Stadt und Feuerwehr

Bürgermeisterin Suse Laue übergibt den Fahrzeugschlüssel an Stadtbrandmeister Stefan Schütte. Links auf dem Bild der Leiter der neuen Logistikgruppe, Uwe Hüneke.
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Bürgermeisterin Suse Laue übergibt den Fahrzeugschlüssel an Stadtbrandmeister Stefan Schütte. Links auf dem Bild der Leiter der neuen Logistikgruppe, Uwe Hüneke.

Syke – Da tauscht die Stadt Syke ein 27 Jahre altes Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Gessel-Ristedt gegen ein 30 Jahre altes, beim Landkreis Diepholz entbehrliches Fahrzeug mit Zubehör aus und alle sind hoch zufrieden. Verkehrte Welt könnte man meinen. Stadtbrandmeister Stefan Schütte bezeichnete den Wechsel am Samstag aber als eine „Win-Win-Situation für Stadt und Feuerwehr“.

„Die Feuerwehr bekommt ein Wechselladerfahrzeug, was zwar schon dreißig Jahre alt ist, aber nur 86 000 Kilometer auf dem Tacho hat und sehr gut in Schuss ist. Hinzu kommen ein Absetzcontainer, der beim Landkreis Diepholz zur Atemschutzüberwachung diente, sowie eine Absetzmulde mit Kran und demnächst noch ein Absetzcontainer für Logistikeinsätze. Außer Dienst gesetzt wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), eines der kleinsten derzeit verfügbaren Löschfahrzeuge.

Der Gewinn für Rat und Verwaltung besteht darin, dass hier eine komplette Einsatzkomponente eingekauft wurde, die inklusive aller erforderlichen Umbauten weniger kostete als ein kleines Löschfahrzeug“, beschreibt es der Stadtbrandmeister bei der Übergabe.

Parallel zur Fahrzeugübergabe rief die Stadtfeuerwehr eine Logistikgruppe ins Leben, die aus 19 Mitgliedern verschiedener Ortsfeuerwehren besteht. Stationiert ist das Fahrzeug mit den Absetzcontainern aus Platzgründen an zwei Standorten: im neuen Feuerwehrhaus am Ristedter Kirchweg und im alten Gesseler Haus an der Feldstraße. Uwe Hüneke leitet die neue Gruppe, Heiko Ratke ist sein Stellvertreter.

Den vorhandenen Absetzcontainer baute die Firma Eggers in Brinkum zu einem mobilen Besprechungsraum mit zwölf Sitzplätzen und modernster Technik um. Ein dazu gehörendes aufblasbares Einsatz-Zelt erweitert die Kapazität des Besprechungsraumes auf 40 Personen. Hier können bei Brandeinsätzen auch betroffene Bewohner am Einsatzort unterkommen. Neben Heizung, Klimaanlage und Kühlschrank verfügt der Container über verschiedene Visualisierungsmöglichkeiten und Funksysteme. Dank eines integrierten Stromerzeugers kann er sowohl autark, als auch am 220-Volt-Hausanschluss betrieben werden. Mulde und Kran kommen künftig bei Brandeinsätzen und technischen Hilfeleistungen zum Einsatz. „Für den zusätzlichen Logistikcontainer läuft im Moment die Ausschreibung. Dieser Aufbau soll dem Transport von Materialien und als Umkleide am Einsatzort dienen. Das Basisfahrzeug, ein MAN Fahrgestell mit 17 Tonnen. Nutzlast und 230 PS durchlief ein Auffrischungsprogramm. Die etwas ausgeblichene Fahrerkabine erhielt eine neue Lackierung. Eine Rückfahrkamera war bereits vorhanden, ein Abbiegeassistent mit Monitor am Fahrerplatz kam hinzu, um den bei Lkw üblichen „toten Winkel“ zu vermeiden. „Diese lebensrettende Technik werden wir in diesem Jahr noch in weitere vier Lkw der Syker Feuerwehren einbauen. Die restlichen Fahrzeuge sollen dann im nächsten Jahr folgen“, erläutert der Stadtbrandmeister.

Laut Stefan Schütte haben die veränderten Einsatzszenarien der vergangenen Jahre ein Anpassen der Technik nötig gemacht. „Extremwetterlagen und große Einsätze mit mehreren Ortsfeuerwehren sind logistische Herausforderungen, die wir mit der neuen Fahrzeugkomponente und durch die neue Logistikgruppe besser bedienen können“, erläutert er.

Das Konzept entstand in den letzten drei Jahren in einer Arbeitsgruppe zwischen Feuerwehr und Verwaltung. Zwei weitere Projekte sollen mit der Notstromversorgung öffentlicher Gebäude und der Aufbau- und Ablauforganisation bei Großschadenslagen noch folgen. Sowohl Kreisbrandmeister Michael Wessels als auch Bürgermeisterin Suse Laue bestätigten die Notwendigkeit dieser Investition. Wessels wies darauf hin, dass bei Extremwetterlagen die Leitstelle in Diepholz schnell an ihre Grenzen gelangt. „In diesen Fällen sind vor Ort Kommandostellen einzurichten, für die der Landkreis die erforderliche Software bereitstellt“, berichtet er. Syke sieht er dabei „sehr gut aufgestellt“.

Von Horst Meyer

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