Britta Gansberg stellt Bilder mit Metall aus

Willkommener Rost

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Künstlerin Britta Gansberg hatte ihre Töchter Leni und Greta Heyne zur Vernissage mitgenommen.

Barrien - Von Dagmar Voss. Rost ist meist ein eher unbeliebtes Wesen, dem die Menschen lieber mit Vernichtung begegnen. Dass es ganz anders geht, zeigen die Bilder von Britta Gansberg, die in der Wassermühle zu sehen sind. In der Ausstellung „Rost ohne Ende“ können sich Besucher überzeugen, wie dekorativ das rötliche Korrosionsprodukt im Zusammenklang mit kräftigem Türkis oder leuchtendem Blau, mit Grauschattierungen oder starkem Rot wirkt.

Zur Vernissage erklang eine andere Form der Metallbearbeitung, nämlich die einer Steeldrum (Schlagzeug aus Stahl) von Stefan Seltmann, der zur Faszination der Kinder mit seinen Trommelstöcken während des Spielens jonglierte. „Möge hier kein Rost ansetzen“, wünschte Mühlenbesitzerin Christiane Palm-Hoffmeister.

„Das erinnert mich an den kleinen Prinzen“, begeisterte sich eine Besucherin aus Syke für drei eng beieinander hängende Bilder im Hauptraum der Mühle. Wahrscheinlich galt diese Reminiszenz vor allem der „Weltkugel“: Auf einem leuchtend blauen Hintergrund entdeckt man auf der rostroten Kugel kleine Häuser. Dazu gesellen sich – in denselben Farben – das Bild „Balkenhäuser in Landschaft“, bei dem die Horizontale an die Stelle der Kugel tritt, und das große abstrakte „Ohne Titel“, auf dem nur die Farben eine Rolle spielen und der Rost auf gewelltem Untergrund auftritt.

Für Laudator Gert Schröder entsteht da eine „gewisse dreidimensionale Wirkung, weil Britta Gansberg Gegenstände, die sie in der Natur findet, integriert – Blätter, Gräser kleine Zweige, Samenkörner, Vogelfedern oder mal ein Stück Wellpappe“. Der Entstehungsprozess gestalte sich so, dass Gansberg nach dem Applizieren der jeweiligen Dinge diese mit Acrylfarbe übermalt, dann kommt der Rosteffekt einer metallhaltigen Tinktur dazu, manchmal geht das mit Oxidationsmitteln bis zu Patina.

Zum Bild „Mann mit komischem Tier“ hingegen gibt es die Vorgeschichte, dass Leni, eine der Zwillingstöchter der Künstlerin, das Bild „Hexe mit Spinne“ gemalt hatte. „Dazu musste ich einfach einen Mann stellen, den mit dem komischen Tier eben“, so Gansberg lächelnd.

Häuser, ein wiederkehrendes Thema, sind auch in anfassbar-dreidimensional auf den Fensterbänken zu entdecken. Hier gibt es die Balkenhäuser als Objekte, mit Rost und Patina gestaltet in den Höhen 20 und 24 Zentimeter.

Die Künstlerin ist seit 2001 Vorstandsmitglied im Verein „Kunst in der Provinz“ und möchte sich bei ihren Ausdrucksformen nicht festlegen, sondern immer wieder Neues entdecken.

Die Ausstellung ist zu sehen: 27. und 29. April, 4., 6., 11., 13. und 20. Mai jeweils 15  bis 18 Uhr, sowie Pfingstmontag von 10 bis 18 Uhr.

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