AUS DEM GERICHT Beute sollte verkauft und gegen Drogen getauscht werden

Wiederholungstäter wollen literweise Whisky klauen

Syke – Er (42) kann im Strafregister 33 Einträge vorweisen und steht mit drei Verurteilungen zu Gefängnisstrafen unter Bewährung. Sie (35) ist ebenfalls erheblich vorbestraft und steht mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten unter Bewährung. Das hinderte sie nicht daran, am 8. Januar in einem Syker Verbrauchermarkt einen Ladendiebstahl zu begehen. Sie versuchte, mit fünf Flaschen Whisky im Wert von fast 70 Euro zu entkommen. An der Kasse war Endstation.

Doch die Frau stattete am 25. Februar dem Syker Verbrauchermarkt gemeinsam mit ihrem Verlobten erneut einen Besuch ab. Ziel war wieder die Getränkeabteilung. Eifrig wurden 14 Flaschen Whisky im Wert von fast 200 Euro in Rucksäcke verstaut. Dass es dabei beobachtet wurden, merkte das Paar nicht. Im Kassenbereich wurde zugeschnappt und die Polizei alarmiert. Jetzt stand das Paar vor Strafrichter Matthias Wawrzinek.

Enormer Konsum von Heroin und Kokain war bei beiden ursächlich für ihre lange Latte von Straftaten und diverse Freiheitsstrafen. Beide Angeklagten räumten ohne Wenn und Aber die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Die eingesackten Whiskyflaschen hatten sie bei Dealern verkaufen oder in Drogen umsetzen wollen.

Als vor dem Strafrichter die persönlichen Lebenswege der Angeklagten zur Sprache kamen, wurde deutlich, dass die Drogensucht tiefe negative Einschnitte in die Lebensbahnen gerissen hatte: Sie hat unter gesundheitlichen Folgen zu leiden. Inzwischen ist erneut eine Therapie angesagt. Auch er ist durch den Drogenkonsum gesundheitlich geschädigt. Beide sind Bewährungsversager. Beide wollen in ein normales Leben zurück, beiden soll eine Drogentherapie dabei helfen. Allerdings hat er schon drei Therapien genehmigt bekommen und angetreten, aber am Ende nicht jede eingehalten.

Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen die Frau sieben Monate Gefängnis mit Bewährung und gegen den Mann sieben Monate Gefängnis ohne Bewährung. Sie ging von gewerbsmäßigem Handel bei den Taten aus. Die Verteidigung machte sich für eine erneute Bewährungsstrafe für die Frau stark, damit diese eventuell doch noch durchstarten könne. Eine Strafverbüßung könne die Frau noch tiefer abstürzen lassen. Für den Mann bat die Verteidigung um ein mildes Urteil.

Die Angeklagte: „Wir wollen gemeinsam echt versuchen, endlich die Kurve zu kriegen.“ Richter Wawrzinek verurteilte die Frau zu sechs Monaten Gefängnis mit Bewährung und den Mann zu sieben Monaten Gefängnis. Eine weitere Bewährungschance könne es angesichts der Vorstrafen nicht geben.

Von Dieter Niederheide

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Mit Vaseline und gutem Gummi - so wird das Auto winterfit

Mit Vaseline und gutem Gummi - so wird das Auto winterfit

Jubel in Hoffenheim: Sieg gegen Roter Stern Belgrad

Jubel in Hoffenheim: Sieg gegen Roter Stern Belgrad

Leverkusen startet mit Rekordsieg gegen Nizza

Leverkusen startet mit Rekordsieg gegen Nizza

Welche Kanareninsel ist die richtige für mich?

Welche Kanareninsel ist die richtige für mich?

Meistgelesene Artikel

Landkreis Diepholz: Neue Corona-Verordnung – Inzidenzwert steigt dramatisch

Landkreis Diepholz: Neue Corona-Verordnung – Inzidenzwert steigt dramatisch

Landkreis Diepholz: Neue Corona-Verordnung – Inzidenzwert steigt dramatisch
Syke: Deutschlands größter Brötchenbursche will regionalen Lieferservice

Syke: Deutschlands größter Brötchenbursche will regionalen Lieferservice

Syke: Deutschlands größter Brötchenbursche will regionalen Lieferservice

Kommentare