Das Rippesche Haus an der Hauptstraße macht einem Neubau Platz

Und wieder geht ein Stück Syker Geschichte verloren

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand diese Aufnahme.

Syke - Von Ilse-Marie Voges. Eine Stadt optisch im Umbruch: So kann man etliche Standorte in Syke wohl beschreiben. Damit zeigt die Hachestadt kein Alleinstellungsmerkmal. Wie allenthalben stehen auch hier immer wieder Veränderungen an, erobern Neubauten Land und Plätze.

„Von einer Behördenstadt zum Mittelzentrum avanciert: Die ursprünglich idyllische und durchaus attraktive Kleinstadt wurde aufgemotzt, verlor an Individualität“, schrieben Stadtarchivar Hermann Greve und Gabriele Ullrich einst in dem Buch „Eine historische Lesereise“. Eine Reise, die zeigt, wie Straßen und Plätze seinerzeit neu gestaltet wurden.

Dieser Tage fällt eingangs der Hauptstraße das alte Haus, die Zimmerei und Sägerei Rippe, ins Auge. Es wird abgerissen, an gleicher Stelle entsteht ein Neubau mit Wohnungen.

Stadtarchivar Hermann Greve hat herausgefunden: Bevor die Rippes 1911 ihr Haus bauten und das Unternehmen von Dietrich Rippe gegründet wurde, brannte das vorige Anwesen am 7. November 1910. Nach dem Neubau an gleicher Stelle betrieb der Baumeister seine Zimmerei und Sägerei, bevor sein Sohn Werner nach dem Zweiten Weltkrieg die Firma mit Ehefrau Dora weiterführte. Die Rippes galten als freundliche, gutmütige Bürger.

Bremer Ausflügler kamen gerne in die Hachestadt

Im Volksmund nannte man das Areal hinter dem Sägewerk und der Zimmerei die „Rippeschen Wiesen“. Es handelte sich um zugekauftes Land vom Nachbarn, dem Großbauern Rehmstedt. Noch in den 60er-Jahren weideten Kühe auf den Wiesen, nutzten als Tränke eine alte weiße Badewanne. Schulkinder pflückten auf dem blühenden Areal Blumensträuße für den Muttertag, Bauamtsleiter Hein Sievers fuhr als junger Mann an den Wiesen vorbei zum Freibad.

Das Rippsche Haus an der Hauptstraße ist in wenigen Tagen Geschichte. Die Abbrucharbeiten sind in vollem Gange.

Kaufmann Arno Müller erinnert sich an die große Scheune, die Rippe auf den Wiesen bauen ließ, und daran, dass Veränderungen in Syke zu allen Zeiten angesagt waren. „Als der Bahnanschluss kam, waren es die Bremer Ausflügler, die gern in die Hachestadt kamen.“

Die Zeit hat Veränderungen mit sich gebracht – auch für das Rippesche Haus. Es muss Wohnraum her. Nicht für die Nachkommen von Werner und Dora Rippe – sie wohnen allesamt nicht mehr in Syke.

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