Gebackene Werkzeuge zur Einweihung

Stadt investiert rund 240.000 Euro in Werkräume der Realschule

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Komplett neu eingerichtet hat die Stadt Syke die Werkräume an der Realschule – und hat dafür insgesamt über 140000 Euro ausgegeben. Im Sommer hatten die Modernisierungsarbeiten begonnen. Kurz vor den Osterferien konnte die Schule sie in Betrieb nehmen.

Syke - Von Michael Walter. Es ist nur ein kleiner Gag, ein liebenswertes Detail am Rande, aber es spricht Bände: Die Kekse, die Anne-Christine Lumpp zum Pressegespräch an der Realschule zum Kaffee anbietet, haben die Form von kleinen Hämmern, Zangen und Schraubenschlüsseln. „Die haben meine Schüler passend zum Anlass gebacken“, sagt Lumpp.

Die Lehrerin ist als Mitglied des Schulvorstands für die Öffentlichkeitsarbeit der Realschule zuständig. Und der Anlass, von dem sie spricht, sind die neuen Werkräume, die ihre Schule jetzt in Betrieb nehmen konnte.

Fünf Jahre lang hatte Schulleiter Rolf Rosenwinkel dafür bei der Stadtverwaltung graben müssen. Aber es hat sich gelohnt. „Was die da angeliefert haben – su-per!“ Rosenwinkel ist selbst sehr technikaffin und in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Hobbyhandwerker. „Ich kenne mich da ganz gut aus und kann mir schon ein Urteil erlauben. Was die da verbaut haben und wie sie es gemacht haben, kann sich wirklich sehen lassen.“

Die Realschule ist verpflichtet, in ihrem Profilunterricht Technikkurse anzubieten. Räumlich war sie zwar dafür gut ausgestattet. Das vorhandene Material war allerdings stark in die Jahre gekommen. Angefangen von den Handwerkzeugen über die Maschinen bis zur Elektroinstallation. „Das war alles nicht mehr zeitgemäß“, sagt Rosenwinkel.

Erster Stadtrat Thomas Kuchem erklärt: „Dass die Realschule ein paar Jahre warten musste, stimmt. Wir sind als Schulträger auch anderen Schulen gegenüber verpflichtet, da muss auch immer das Gesamtbudget stimmen.“

Kleine Hämmer, Zangen und Maulschlüssel: Anne-Christine Lumpp präsentiert die Kekse, die ihre Schüler zur Fertigstellung der Werkräume gebacken haben. 

Im vorigen Jahr hat dann alles gepasst. Stadt und Schulleitung haben zusammen eine Ausschreibung erarbeitet. „24 eng beschriebene Seiten DIN A4 hat das Leistungsverzeichnis umfasst“, erinnert sich Rolf Rosenwinkel. „Ganz schön schwierig, sowas auszuarbeiten. Und es war hinterher auch schwierig, das zu kontrollieren.“

Im Juli hatten dann die Arbeiten begonnen. Und die beschränkten sich nicht nur auf das Ausräumen der Schränke und das Einräumen neuer Werkzeuge. „Die Werkräume sind jetzt tatsächlich wie neu“, sagt Anne-Christine Lumpp. Und Rolf Rosenwinkel ergänzt: „Bis auf den Estrich ist alles rausgerissen und neu gemacht worden. Die Decken sind komplett geöffnet worden, um die gesamte Elektroinstallation zu erneuern.“ Und er lobt die Stadtverwaltung ohne Einschränkung dafür. „Das war sehr solide. Das zeichnet die Stadt auch aus, dass sie eben nicht einfach nur über alles einmal mit dem Pinsel rübergegangen ist, sondern gesagt hat: Wenn wir das machen, dann aber richtig.“

Fast 250.000 Euro investiert

Richtig gekostet hat das freilich auch. Allein für die Baumaßnahmen hat die Stadt laut Thomas Kuchem 154.000 Euro ausgegeben. Und in die Ausstattung hat sie noch einmal 87.000 Euro investiert. „Dafür halten die Maschinen aber auch die nächsten 20 Jahre“, sagt Rolf Rosenwinkel. Auch Elektro- und Handwerkzeuge seien von solider Qualität. Außerdem sind sie nummeriert, damit die Lehrer schon auf einen Blick erkennen können, ob die Werkzeugsätze nach Gebrauch wieder vollzählig in die Schränke eingeräumt worden sind. Und zum ersten Mal hat die Realschule jetzt auch eine ausreichend dimensionierte Abzugsanlage für den Staub, der beim Bohren, Schleifen und Fräsen entsteht.

Ende Februar waren die Handwerker fertig. Dann ging es ans Einräumen. Und erst jetzt kann die Schule ihre neu ausgestatteten Werkräume so langsam in den Unterrichtsbetrieb nehmen.

In einem davon steht noch ein gutes halbes Dutzend alter Werkbänke. Die Gebrauchsspuren sind nicht zu übersehen. „Die haben etwa 30 Jahre auf dem Buckel“, sagt Rosenwinkel. „Das sind die Reste vom Altbestand. Die hier sind noch ganz gut. Die benutzen wir erstmal weiter. Sie hätten die anderen mal sehen sollen.“ Ersatz dafür will Rosenwinkel aus seinem regulären Schulbudget anschaffen. „Das ist schon geplant.“ Er selbst wird die Umsetzung aber wohl nur noch als Besucher erleben: Rolf Rosenwinkel geht Ende Juni in den Ruhestand.

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