Auf Einladung zu Gast in Syke

Polizei klärt Senioren über Internetkriminalität auf

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Die Gäste im Syker Ratssaal staunten: Michael Wessels (r.) präsentierte täuschend echte Rechnungsfälschungen.

Syke - Von Marc Lentvogt. Routinen machen unser Leben sehr angenehm. Viele Aspekte des Alltags, wie das Abrufen unserer E-Mails und der Blick auf Facebook werden bequem, wenn wir überall das gleiche Passwort nutzen. Doch damit machen wir uns angreifbar und dieses Risiko sollten wir, so Polizeioberkommissar Michael Wessels, nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Mit ebenso viel Einfühlungsvermögen wie Vehemenz warnte er auf Einladung der Senioren 50Plus und des Seniorenbeirates der Stadt gestern im Ratssaal vor den Gefahren eines leichtfertigen Umgangs mit dem Internet.

Denn eigentlich, davon ist Wessels überzeugt, wissen nahezu alle Menschen von den Gefahren, denen wir dort täglich begegnen können. Es sei aber wie bei Einbruchdiebstählen: Eine Vielzahl der Menschen sei überzeugt ,es bei ihnen nichts zu holen gebe, und sorge daher nicht für ausreichenden Schutz ihres Besitzes.

Wessels weiß, wovon er spricht: Er ist als Präventionsbeauftragter der Polizei Diepholz im Einsatz. Neben Einbrüchen und Enkeltricks ist die Internetkriminalität heute einer der drei wichtigsten Aspekte seiner Arbeit. Nicht nur einmal wiederholt er: „Bequemlichkeit ist der größte Feind der IT-Sicherheit.“ Und auch, so könnte man beim Blick in einige Gesichter meinen, eines schönen Tages, denn wer möchte sich regelmäßig neue Passwörter ausdenken und merken?

Trojaner noch immer sehr verbreitet

Diese Ausrede könne nicht gelten, wenn Identität, Geld und Daten auf dem Spiel stehen, betonte Wessels. Zumeist versuchen Kriminelle noch immer mit Trojanern an Daten ihrer Opfer zu kommen. Doch die Instrumente der Täter werden vielseitiger. Ein Patentrezept, welches dauerhaft gilt, gibt es daher nicht. „Ja, das ist anstrengend“, erklärt Wessels, aber es handele sich um das Verbrechen der Zukunft. Und dieses kann natürlich nicht mithilfe der Vergangenheit verhindert werden.

Mit viel neuem Wissen und zahlreichen Flyern entließ Wessels die rund 40 Teilnehmer in den Abend. Nach Kaffee und Schoko-Kirschkuchen fiel der Weg in die Kälte sicher nicht allen leicht, doch zu Hause wartete Arbeit: Die PC-Profis, von denen sich einige im Publikum befanden, wollten ihren Rechner noch sicherer machen.

Drei Fragen an den Experten

Herr Wessels, wie können Nutzer an ein sicheres Passwort kommen, welches sie sich auch merken können? 

Michael Wessels: Eine meiner Töchter hat einmal, während des Harry-Potter-Hypes, ein beliebiges Buch der Serie aufgeschlagen und sich auf einer Seite eine zufällige Zeile ausgesucht. Aus den Anfangsbuchstaben der Wörter und allen Sonderzeichen hat sie ein Passwort gemacht, welches sich niemand merken kann, von dem wir aber sofort wissen, wo wir es wiederfinden können. 

Was können Angehörige tun, um zur Sicherheit ihrer Familienmitglieder beizutragen? 

Wessels: Gerade in der Seniorenarbeit geht es darum, in der Familie zu sprechen – mit Kindern, Enkeln, Eltern, Großeltern. Nur das, worüber ich gesprochen habe, schafft Wissen. Ohne Wissen bin ich im Ernstfall hilflos, egal, wie oft ich davon gelesen habe. 

Wie gilt es zu handeln, wenn wir Opfer von Betrug werden? 

Wessels: Die Dunkelziffer ist sehr hoch. Viele Personen zeigen den Betrug nicht an. Es gehe nur um ein paar Euro, heißt es dann oft. Aber: Viele Delikte können im Internet nur schwer aufgeklärt werden. Daher ist die Prävention in diesem Feld so wichtig.

www.polizei-beratung.de

www.bsi-fuer-buerger.de

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