„Whisky goes Kino“überzeugt Teilnehmer mit sehenswertem Film, tollen Bildern und exzellentem „Lebenswasser“

Schottische Genüsse für Auge und Gaumen

Der Whisky-Genuss entfaltet sich nicht nur auf der Zunge: Auch das ausgiebige Schnüffeln gehört zum Ritual einer Whisky-Verkostung.
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Der Whisky-Genuss entfaltet sich nicht nur auf der Zunge: Auch das ausgiebige Schnüffeln gehört zum Ritual einer Whisky-Verkostung.

Von Angelika Kratz. Wie versprochen wurde der Freitagabend im Syker Hansa-Kino alles andere als ein trockener Abend: Dem Whisky wurde der Hof gemacht. Und der Filmpalast zeigte einmal wieder seine Wandlungsfähigkeit zwischen Leinwand und Bestuhlung. „Whisky goes Kino“ lautete das für Guttempler und Co. sicherlich haarsträubende Thema.

Thomas Rath und Manuela Schult, beide bekennende Whisky- und Schottland-Fans und Mitglieder im Bremer Scotch Club, begrüßten die erwartungsfreudigen Whisky-Enthusiasten. Darunter Uwe Koss und Ernst Meyer aus Bassum. Die beiden Freunde lehnten sich mit dem ersten Tasting-Glas eines „Auchentoshan Three Wood“ und dem nötigen Spritzer Wasser erwartungsvoll in den Sesseln zurück.

Fruchtig, angenehm, nach Rosinen, Datteln und Orangenschalen sollte der erste Whisky duften und den Gaumen mit seinem fruchtigen und reifen Aromen streicheln. „Joh“, bestätigten die beiden Freunde mit genießerischem Ausdruck. Der erste Versuch war offensichtlich auch in den anderen Kinoreihen gelungen, wobei der Gläserinhalt tatsächlich nur im Probierbereich angesiedelt war. Dennoch machte der Auchentoshan Lust auf „mehr“.

Das „Meer“ gab es gleich im Anschluss mit dem abendlichen Film. Dessen deutscher Titel „Ein Schotte verspricht noch keinen Sommer“ mochte etwas irritieren. Aber was dann mit britischem Humor und tollen Schauspielern über die Leinwand flimmerte und alle Whiskyfreunde mit nach Schottland nahm, war passend zum „Lebenswasser“ eine überaus sehenswerte Umsetzung zum Thema des würdigen Sterbens.

Zum Sackenlassen und Verkosten der zweiten Probe gab es genau die richtige Pause zwischendurch. Der „Secret Treasures Glenrothes 1993“ stand bereit und sollte die Nase zunächst mit seinen dezenten Noten von Zitrusfrüchten und Holz kitzeln, danach den Gaumen mit Noten von Konfitüre und Kakao weich und ausgewogen erfreuen.

Koss und Meyer hatten nichts zu meckern, auch ganz vorne bei den Mitgliedern im Bremer Scotch Club wurde anerkennend mit dem Kopf genickt. Alle kamen im Kilt, auch die Damen, denn auch die lieben das köstliche Aroma eines anständigen Whiskys. Der Bremer Scotch Club trägt voller Stolz sein eigenes Karo, wobei jede Farbe eine besondere Symbolik besitzt.

Wunderschöne Bilder hatte Manuela Schult aus Schottland mitgebracht. Sie war dort vor zwei Wochen mit Petra Klasen, die sich um das köstliche Nationalgericht „Haggis“, den gefüllten Schafsmagen mit Kartoffelpürree und Steckrüben, sicherlich einen Stern im Hansa-Kino verdient hat.

Zum Abschluss gab es den „Ileach Islay Whisky“. Auch dazu konnten Rath und Schult viele Informationen bieten. Die sich anschließende Diskussionsrunde um die Verkostung fiel unterschiedlich aus. Geschmeckt hat jedem der kleine Schluck. Voller Mut ging es schließlich auch für Neulinge in Richtung „Haggis“, der gar nicht so weit vom norddeutschen Labskaus oder Knipp hinsichtlich seiner Konsistenz entfernt ist.

Gewaltiges Feuer entfachte der Haggis auf der Zunge und forderte noch bei dem ein oder anderen einen Nachschlag des schottischen Lebenswassers.

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