Trickbetrüger am Werk

WhatsApp: Plötzlich ist das Konto weg

Das WhatsApp-Logo samt Schriftzug leuchtet auf der dunkeln Rückseite eines Handys.
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WhatsApp ist der in Deutschland meistgenutzte Messenger-Dienst.

Mit einer nicht ganz neuen Masche versuchen Betrüger, WhatsApp-Konten auf eine neue Nummer zu übertragen. Die Hacker verlangen dabei den sogenannten Verifizierungscode. Wer diesen Code weitergibt, verliert den Zugang zu seinem WhatsApp-Konto

  • Eine gefährliche Betrugsmasche ist derzeit wieder auf WhatsApp aktiv.
  • Dabei geht es um den sogenannten Verifizierungscode des Messengers.
  • Wer auf die Masche hereinfällt, verliert Zugang zu seinem Konto.

Syke – „Sorry, ich hab mich gerade vertan und dir versehentlich einen Code per SMS geschickt. Kannst du den bitte eben mal an Nummer xyz weiterleiten? Ist eilig!“ – Es wirkt so unverdächtig, zumal wenn diese Nachricht per WhatsApp von einem abgespeicherten Kontakt aus der eigenen Liste kommt. Dahinter verbirgt sich aber ein handfester Betrug: Der eigentliche Absender versucht damit, fremde WhatsApp-Konten zu kapern.

Die Masche selbst ist nicht ganz neu, aber wie es scheint, immer regional begrenzt – was vermutlich damit zu tun hat, dass sie sich über persönliche Kontakte von einem gekaperten Account zum nächsten fortsetzt. In Syke und umzu macht sie seit wenigen Tagen die Runde.

Nachrichten kommen auch von Freunden

Ilka Timke aus Syke ist schon darauf hereingefallen. Und damit das anderen nicht auch passiert, geht sie ganz offen damit um: „Ich hatte überhaupt keinen Verdacht geschöpft“, sagt sie. „Ich hab den Absender gesehen und mir gedacht: Typisch!“ Was sie nicht wusste: Dass der Account ihres Bekannten schon von den Betrügern gekapert war. In dem Moment, in dem sie den besagten Code weiterleitete, sperrte sie sich selbst aus ihrem Account aus. Und den nutzen die Betrüger praktisch sofort, um anderen Personen aus der Kontaktliste des gekaperten Accounts die gleiche Nachricht zu schicken. „Das hab ich erst gemerkt, als mich eine Freundin anrief und fragte, was ich ihr denn da für einen Code schicken würde.“

In diesem Fall war die Adressatin misstrauisch geworden. Meist passiert genau das nicht, weil die Empfänger diese Nachricht eben nicht von einem Unbekannten erhalten, sondern von einem Absender aus ihrem persönlichen Umfeld. Im Nachhinein ist Ilka Timke aufgefallen: „Bei dem Kontakt, von dem ich diese Nachricht bekommen hatte, fehlte plötzlich das Profilbild. Und auch bei meinem Account ist es inzwischen weg, habe ich von anderen erfahren.“

Motiv der Täter noch nicht klar

Dieser Zahlencode, der da übertragen werden soll, ist an und für sich eine sehr sinnvolle Sache: Er ist dafür gedacht, ein WhatsApp-Konto komplett mit allen Nachrichten und Kontakten auf ein anderes Gerät zu übertragen. Wenn man sich zum Beispiel ein neues Handy gekauft hat. Will man dann das Konto auf das neue Handy übertragen, muss man nachweisen, dass man auf das alte noch Zugriff hat. Mit ihrer Masche greifen die Täter also diesen Code ab und leiten den Account dann auf ihre eigenen Geräte um.

Aber warum? Was versprechen sie sich davon?

„Das war auch unsere große Frage, über die wir heute intern gesprochen haben“, sagt Sascha Fortmann, der Leiter der Abteilung Cybercrime bei der Polizeiinspektion Diepholz. „Bisher haben die Täter keine finanziellen Vorteile daraus gewonnen. Im Moment haben sie nur Namen und Telefonnummern. Die sind aber weit weniger wert, als man meint. Jedenfalls steht der Wert in keinem Verhältnis zum Aufwand, der nötig war, um da ranzukommen.“

Bisher haben die Täter keine finanziellen Vorteile daraus gewonnen. Im Moment haben Sie nur Namen und Telefonnummern.

Sascha Fortmann von der Polizeiinspektion Diepholz.

Unklar ist bislang auch, ob diese Art von Datenklau überhaupt strafbar ist. „Identitätsdiebstahl gibt es rechtlich nicht“, sagt Fortmann. „Eventuell fällt das unter Fälschung oder Datendiebstahl. Wir sind da noch in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft.“

Polizei empfiehlt: Anzeige erstatten!

Die Polizei empfiehlt trotzdem: Jeder, dem das passiert, sollte unbedingt Anzeige erstatten. Nur dann haben die Ermittler eine Chance, Ausmaß und Umfang dieser Betrugsmasche überhaupt einzuschätzen.

Die gekaperten Konten sind übrigens nicht dauerhaft verloren: Die rechtmäßigen Besitzer können sich mit genau dem gleichen Prinzip wiederherstellen, indem sie einen Verifizierungscode anfordern. Das könnte allerdings schwierig werden. Sascha Fortmann: „Soweit wir wissen, lösen die Täter eine Art Sicherheitssperre aus, um genau dieses Wiederherstellen zu verhindern. Dann muss man zwölf Stunden warten, bis man wieder einen neuen Verifizierungscode anfordern kann.“

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