Spendenaktion bringt 5000 Euro

Nach Bullen-Schlachtung: Westflügel sammelt Belohnung für Zeugenhinweise

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Ines Rajewski und Alina van Faassen (v.l. stehend) vom Westflügel-Team sowie Heim-Bewohnerin Sabine Kamphausen wollen nicht mehr hilflos auf eine Aufklärung des Falles warten. Im Sparschwein sammeln sie Spenden von Bewohnern und Mitarbeitern.

Pestinghausen - Von Marvin Köhnken. Rund eine Woche ist es her, dass ein Rind der Westflügel-Gemeinschaft von Unbekannten getötet und professionell ausgeweidet wurde. Um die Ergreifung der Täter wahrscheinlicher zu machen, haben Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung nun eine Belohnung ausgeschrieben für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. 5000 Euro sind dabei zusammengekommen.

In der Nacht zu Samstag hatten die Unbekannten einen Westflügel-Bullen auf offener Weide geschlachtet und insgesamt 500 Kilogramm Fleisch mit einem Wert von rund 2000 Euro gestohlen. Offenbar hatten sie das Tier von seinen Artgenossen fortgelockt und ohne angemessene Betäubung getötet. Über den materiellen Verlust hinaus richteten sie damit einen großen Schaden bei den Bewohnern des Heims für psychologisch pflegebedürftige Menschen an.

„Wir wollen nicht mehr die hilflosen Opfer sein, sondern selbst zur Klärung des Falls beitragen“, sagt Alina van Faassen über die Ausschreibung der Belohnung. Auf Initiative der gesamten Westflügel-Gemeinschaft habe der Heimbeirat beschlossen, die Aktion nicht nur gut zu heißen, sondern die Spenden von Bewohnern und Mitarbeitern auch auf 5000 Euro aufzurunden.

„Geht nicht spurlos an uns vorbei“

„Die Menschen, die hier leben, haben jeden Monat nur eine kleine Menge Bargeld zur Verfügung und spenden trotzdem gerne“, erzählt Ines Rajewski vom Westflügel-Team. Immerhin war der getötete Bulle mehr als zwei Jahre Teil der Gemeinschaft und für viele ein wichtiger Bezugspunkt. Als Kalb wurde er mit der Flasche aufgezogen, mehrere Bewohner besuchten die Rinder regelmäßig auf der Weide.

Westflügel-Geschäftsführerin Christa Kröning war eine der ersten, die den getöteten Bullen am Wochenende fanden.

„Diese Tat geht nicht spurlos an uns allen vorbei“, berichtet Alina van Faassen. Einige Bewohner könnten seitdem nicht mehr richtig schlafen, viele hätten Angst um die übrigen Tiere. „Wir führen viele Gespräche und sehen dann, wer besonders betroffen ist. Die Entscheidung, eine Belohnung zu sammeln, haben wir alle gemeinsam getroffen“, sagt sie. „Alle wollen, dass die Täter so schnell wie möglich gefasst werden.“

Polizei nimmt alle Hinweise entgegen

Die verbleibenden drei Rinder des Westflügels leben weiterhin auf ihrer Weide in Gessel. Wo sie künftig leben werden, ist noch offen, berichtet van Faassen. Mehrmals täglich seien Team-Mitglieder und Bewohner in der vergangenen Woche vor Ort gewesen, um die Tiere wieder zu beruhigen. „Die Rinder sind weiterhin verschreckt, die Fanggitter haben wir entfernt, damit sie nicht auch noch in eine Falle geraten können.“

Die Polizei ermittelt derweil weiter nach den Tätern und bittet um Hinweise zu der Tat. Hilfreiche Aussagen nehmen die Beamten unter Telefon 04242/9690 entgegen und vermitteln auch den Kontakt zum Westflügel. Die Ausschreibung der Belohnung haben sie mit Alina van Feessen und ihren Kollegen und Kolleginnen abgestimmt.

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