Tiere sind friedlich

Im Angesicht von Wespen: Bloß nicht pusten!

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Das Gift von Hornissen ist weniger gefährlich als das von Bienen. Der Stich schmerzt allerdings mehr, weshalb viele Menschen die Tiere fürchten.

Syke - Von Janna Silinger. Hornissen und Wespen sind keine gefährlichen Tiere. Außer, wenn sie sich bedroht fühlen. Dann kann es schon mal passieren, dass sie zustechen. Doch selbst in solchen Fällen muss man nicht direkt einen Arzt aufsuchen. Das betonen Henning Greve, Insektenbeauftragter der Stadt Syke, und Stadtbiologin Angelika Hanel. Sie möchten gerade vor dem Hintergrund des Insektensterbens die Bevölkerung für den Umgang mit den geflügelten Tieren sensibilisieren – und entwarnen.

Momentan scheinen besonders viele Wespen und Hornissen ihre Runden zu drehen, meint Hanel. Und die meisten Menschen fühlen sich durch sie gestört. Sei es beim Eis essen, beim Picknick oder einfach so, weil bestimmte Gerüche die Insekten anlocken.

„Manche sind immer noch der Meinung, drei Hornissenstiche würden ausreichen, um einen Menschen zu töten, sieben, um ein Pferd zu töten“, berichtet Hanel. Das sei absoluter Quatsch. Damit Hornissengift einen erwachsenen Menschen tötet, müssten 500 bis 1 000 Tiere zustechen. Es sei auch nicht notwendig, bei einem Stich direkt den Arzt aufzusuchen.

Im Normalfall genüge es, die Stelle zu kühlen. Sollte sie aber nach sieben Stunden noch immer stark schmerzen, müsse der Stich beobachtet werden. „Bei Allergikern sieht das anders aus“, räumen beide ein. In diesem Fall können die Stiche in der Tat gefährlich werden.

Auf dem Grundstück von Henning Greve haben viele Hornissen und Wespen ein Zuhause gefunden. 

Am sinnvollsten sei es aber, sich gar nicht erst stechen zu lassen. „Man muss ruhig bleiben, kann die Tiere gezielt ,wegschlagen’, darf aber auf keinen Fall rumfuchteln“, meint der Insektenbeauftragte. Und zwei weitere Tipps haben die beiden parat:

Zum einen sei es nicht ratsam, die Tiere wegzupusten. Es heißt, dass Wespen das Kohlendioxid im Atem registrieren, sich bedroht fühlen und dann erst recht zustechen. Des Weiteren locken bestimmte Düfte die geflügelten Krabbler an. Dazu gehören Parfums, Körpercremes, Shampoos und allem voran Haarspray. Wer also besonders gut riechen will, wird eher angesteuert.

Und wie soll man sich verhalten, wenn man ein Nest entdeckt?

Auf keinen Fall irgendwelche übereilten Maßnahmen ergreifen. Ein Nest bedeutet nicht automatisch eine erhöhte Gefahr. Der Insektenbeauftragte schaut sich das Werk der Tiere an und trifft dann eine Entscheidung. Zum Beispiel die, das Nest umzuheben, sollte es beispielsweise im Bereich einer Eingangstür hängen, wo sich häufig auch Kinder aufhalten. Ansonsten könne man etwa mithilfe von Planen oder Holzbrettern dafür sorgen, dass die Insekten nicht konzentriert an einer Stelle den Bau verlassen, sondern an allen Seiten der Abdeckung rausfliegen, das ganze also ein wenig „auflockern“. Zum Glück steige in der Gesellschaft die Bereitschaft, Nester nicht gleich rigoros zu entfernen, sondern nach Alternativen zu gucken.

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