Zwei Sachverständige für Wildschäden

Wenn das Wildschwein im Maisfeld tobt

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Bürgermeisterin Suse Laue übergibt die Urkunden an die beiden Sachverständigen für Wild- und Jagdschäden, Stephan Bruns (l.) und Heinrich Schröder. 

Syke - Von Frank Jaursch. Stephan Bruns und Heinrich Schröder sind Landwirte. Und Jäger. Das sind zwei wichtige Voraussetzungen, um das Amt zu bekommen, das beide auch in den kommenden fünf Jahren ausüben werden. Bruns (Syke) und Schröder (Bruchhausen-Vilsen) erhielten jetzt von Bürgermeisterin Suse Laue ihre Urkunden als „Sachverständige für Wild- und Jagdschäden“.

Diese Sachverständigen kommen immer dann zum Einsatz, wenn es auf landwirtschaftlichen Kulturen zu Schäden durch Wild kommt. Das kann das Damwild sein, das durchs Getreidefeld läuft – oder die Wildschweinrotte, die großflächig im Maisfeld ihr Unwesen treibt.

In solchen Fällen werden die Jagdpächter von den Landwirten in die Haftung genommen: Sie sind verpflichtet, den entstandenen Schaden zu ersetzen. „In 99 Prozent der Fälle einigen sich die beiden untereinander“, erklärt Schröder. Die Größe der geschädigten Ackerfläche wird geschätzt, eine Tabelle der Landwirtschaftskammer gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Entschädigung pro Quadratmeter ist.

Nur selten, wenn Landwirt und Jagdpächter sich nicht einigen können, kommt der Sachverständige ins Spiel. Dabei gehört das richtige Fingerspitzengefühl zur Aufgabe des Sachverständigen. „Meist hat das Ganze eine Vorgeschichte, wenn sich zwei nicht einigen können“, weiß Bruns. Der Wildschadensschätzer schaut sich den Schaden meist innerhalb weniger Tage an. Er ist gewissermaßen der Schiedsmann, der sich geduldig die Aussagen beider Seiten anhört und dann einen Lösungsvorschlag macht.

„Jede Gemeinde ist verpflichtet, einen solchen Sachverständigen zu berufen“, erläutert Freya Söchtig vom Syker Ordnungsamt. Aus diesem Grund haben sich Stuhr, Weyhe, Syke, Bruchhausen-Vilsen und Twistringen zusammengetan; für diesen großen Bereich ist das Duo zuständig – Schröder seit fünf Jahren, Bruns sogar schon seit zehn.

Obwohl das Gebiet das die beiden betreuen enorm groß ist, sind beide in den vergangenen Jahren nur selten zum Einsatz gekommen: Schröder hatte einen Fall, Bruns zwei – „und diverse Anrufe“, bei denen es meist um Banalitäten geht.

Das Interesse, zu einer Einigung zu kommen, ist bei beiden Seiten groß. Denn wenn die selbst mit der Hilfe von Schröder oder Bruns nicht gelingt, kommt ein Sachverständiger der Landwirtschaftskammer zum Einsatz. Schröder lächelt: „Das wird dann meist teuer, und das wissen die Beteiligten auch.“

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