Versorgung teilweise nicht mehr gesichert

Wenn Blutgruppen zur Neige gehen

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Landkreis Diepholz - Von Robin Grulke. Blutspender sind Lebensretter. Etwa 107 Millionen Blutspenden werden weltweit pro Jahr benötigt. Eine Vielzahl von Patienten verdankt ihr Leben fremden Menschen, die ihr Blut freiwillig und uneigennützig abgeben. Allerdings sind im Mai bereits 2.500 Spenden weniger vorhanden, als benötigt – eine bedenkliche Entwicklung.

„Die Lage ist ernst!“, sagt Tobias Lüttig, Sprecher des Blutspendedienstes NSTOB vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). „In den ersten zehn Tagen dieses Monats fehlten uns schon 2 500 Blutspenden, damit liegen wir 15 Prozent unter unserem benötigten Bedarf“ – und das allein im Zuständigkeitsbereich NSTOB, also Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen.

Der Engpass an Blutkonserven betrifft den Landkreis Diepholz glücklicherweise noch nicht. Die Alexianerkliniken in Bassum ließen im Gespräch mit dieser Zeitung wissen, dass noch „alles im grünen Bereich“ sei. Und das können viele Einrichtungen nicht mehr von sich behaupten. Laut Mitteilung des DRK habe der Rückgang an Spenden bereits dazu geführt, dass manche Kliniken nicht mehr ausreichend mit den wichtigen Blutgruppen „0 Rhesus negativ“ sowie „0 Rhesus positiv“ versorgt werden können. Das bedeutet, dass Krankenhäuser in betroffenen Gebieten umplanen und Operationen sowie Therapien verlegen müssen.

Die Blutgruppe „0 Rhesus-negativ“ ist ein Sonderfall, denn sie wird von beinahe jedem Patienten vertragen und daher besonders benötigt. Blutpräparate von Rhesus-negativen Spendern sind auch außerordentlich gefragt, wenn in Notfallsituationen keine Zeit bleibt, um den Patienten vollständig zu untersuchen und das Blut schnell zur Verfügung gestellt werden muss. Dann zählt jede „0 Rhesus negativ“-Spende. Knapp sechs Prozent der Bevölkerung gehören zu dieser Gruppe. Ein Grund für den Rückgang an freiwilligen Blutspenden ist Lüttig zufolge die Jahreszeit. In der Weihnachtszeit, den Ferien und immer dann, wenn sich das Wetter schlagartig bessert und die Menschen mehr Zeit im Freien verbringen, zeichnet sich eine Abnahme von Spenden ab.

Sollte die Spendenteilnahme weiter zurückgehen, sähen sich die medizinischen Einrichtungen gezwungen, Blutkonserven von umliegenden Blutspendediensten anzufordern, die oftmals auch Probleme haben, genügend freiwillige Spender zu gewinnen. „Damit wir vom Deutschen Roten Kreuz nicht in solche Positionen kommen, machen wir diese Engpassmeldungen“, begründet Lüttig diese „Warnung“. Auch die Alexianer-Kliniken sprechen sich für eine aktive Teilnahme an den Spendenaktionen aus: „Es wäre gut, wenn die Bevölkerung den Blutspendedienst unterstützt.” Denn: Blutspenden heißt Leben retten.

Termine und Informationen zur Blutspende sind online zu finden. Einen Selbsttest, um eine Eignung für die Spende zu ermitteln, gibt es im Internet.

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