Informative Führung zur Technik des „ältesten Kraftwerks der Menschheitsgeschichte“

Zu wenig Wasser für die Mühle

Barrien - Von Dagmar Voss. Mit dem traditionellen Müller-Gruß „Glück zu“ empfing Christiane Palm-Hoffmeister gestern ihre Besucher zum Mühlentag. Dann folgten Informationen zur Technik des „ältesten Kraftwerks der Menschheitsgeschichte“.

Die Hintergründe dazu lieferte der Syker Andreas Stellmann. Dass die Mühle nicht mehr klappert und kein Korn mehr mahlt, war dabei weniger wichtig, als vielmehr der Umbau zu einem kleinen Kraftwerk. 1997 wurde auf der Grundlage der alten Mühlentechnik in dem gut 700 Jahre alten Bauwerk eine Anlage zur Stromgewinnung eingebaut. Anfangs wurden knapp 5000 Kilowatt produziert, heute sind es noch gut 3000 kw – in guten Zeiten. Dass sich das verschlechtern könnte, befürchten die Mitglieder des neuen Fördervereins und die Besitzerin.

Für die Besucher ging’s allerdings zunächst nach draußen, wo Palm-Hoffmeister und Stellmann demonstrierten, wie das Wasserrad zum drehen gebracht wird. Einer muss auf der Mühlteichseite das Absperrgitter überprüfen, ob es durchlässig genug ist für den Wasserzulauf, während der andere den Schütt hochsetzen muss. Dann erst fließt Wasser und bewegt das Rad.

Stellmann erklärte, warum das mittlerweile nicht mehr reibungslos klappen kann. Der Zufluss vom Mühlteich versandet stark und es regnet zu wenig. Das kann dahin führen, dass das Rad trocken fällt – fatal, weil dann Instabilität drohe. Und für den Mühlenteich ebenfalls fatal, weil er dann zusehends verschlacken und brackig werden würde. Für die Lebewesen darin keine guten Aussichten. „Die Versandung sollte möglichst bald mit einem Bagger beseitigt werden“, so der Syker Fachmann.

Im Inneren der Mühle gab es einen Einblick in die Generatortechnik in der unteren Etage, die zwei Räder für die Stromerzeugung bewegt.

„Die Holzkämme für die Verbindung zu den oberen Rädern sind beseitigt worden“, erklärte Stellmann, „der einzige drastische Einschnitt in das technische Geschehen der Mühle.“ Für die Stromerzeugung ist ein Kettenantrieb eingebaut worden, in etwa so wie bei einem Fahrrad.

Aus den Reihen der Besucher war zu hören, dass sich die Stadt oder der Wasserverband möglichst bald um die Versandung kümmern möge.

Rubriklistenbild: © Jantje Ehlers/Archivfoto

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