Nachfrage extrem hoch

Weitere Impfteams im Kreis Diepholz kurz vor dem Start

Längst Geschichte: Das Impfzentrum Bassum ist seit zwei Monaten geschlossen und eine Wiedereröffnung unwahrscheinlich.
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Längst Geschichte: Das Impfzentrum Bassum ist seit zwei Monaten geschlossen und eine Wiedereröffnung unwahrscheinlich.

Unermüdlich sind die vier mobilen Impfteams des DRK im Landkreis Diepholz unterwegs, um so viele Menschen wie möglich gegen Corona zu immunisieren. Zeitweise stehen die Leute Schlange, bei einigen ist der Frust groß. Entlastung ist aber in Sicht: In Kürze sind zwei weitere Impfteams im Einsatz, war am Donnerstag von Kreisrätin Ulrike Tammen zu erfahren.

Landkreis Diepholz – Das dürfte auch ein Vater aus Syke gern hören. Seine zwölfjährige Tochter ist in der KGS Brinkum geimpft worden. Die Schülerin ist eine der wenigen, die das Schul-Impfangebot genutzt hatten. Weil die Resonanz weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, stellte der Landkreis diese Aktion ein – und setzte die mobilen Teams des DRK für Angebote in der Fläche ein.

Corona-Impfungen können in jeder Kommune des Kreises wahrgenommen werden

„Aber meine Tochter bekommt jetzt keinen Zweitimpfungs-Termin“, klagt der Vater. Er habe bei mehreren Ärzten nachgefragt – und am Ende ein Terminangebot für den 20. Dezember erhalten. Fatal: „Dieser Termin liegt außerhalb der Sechs-Wochen-Frist.“

Tammens Wunsch ist, dass sich mehr Ärzte an der Impfkampagne beteiligen. „Stand vergangene Woche war nur ein Drittel aller Ärzte in Niedersachsen dabei“, weiß die Kreisrätin. Sie empfiehlt dem Vater deshalb, die dezentrale Impfaktion zu nutzen – und stellt noch einmal klar, dass diese Angebote nicht an kommunale Grenzen gebunden sind: „Wir haben 15 Standorte für jeden Landkreis-Bewohner.“ Alle können sich in allen Städten, Gemeinden und Samtgemeinden impfen lassen.

Teams haben 200 Corona-Impfdosen dabei ‒ Nachfrage oft höher

Über Impforte und -zeiten informieren der Landkreis und die Kommunen auf ihren Internet-Seiten. Fünf Kommunen (Stand Donnerstag) arbeiten mit Terminvergabe: die Städte Sulingen und Syke, die Gemeinde Weyhe sowie die Samtgemeinden Barnstorf und Bruchhausen-Vilsen. Weil es kurzfristig zu Änderungen kommen kann, sollten die Bürger sich zeitnah informieren, bevor sie ein Angebot vor Ort nutzen – und vor allem die erforderlichen Unterlagen ausgedruckt und ausgefüllt zum Impfen mitbringen. Alles andere würde vor Ort wertvolle Zeit kosten.

Jeweils 200 Dosen Impfstoff haben die mobilen Teams zurzeit dabei. In einigen Fällen nicht genug: Diese Menge sei schon weit vor Ende einer Aktion aufgebraucht gewesen, berichtet eine Beteiligte: „Wir mussten Wartende wieder nachhause schicken.“

Mitarbeiter der mobilen Impfteams arbeiten zehn bis zwölf Stunden täglich

Kreisrätin Ulrike Tammen bestätigt diese Einzelfälle – an einer Lösung werde bereits gearbeitet. „Impfstoff haben wir genug“, so Tammen. Die mobilen Mitarbeiter kommen jedoch an ihre Grenzen: „Sie haben Zehn-, Elf-, Zwölf-Stunden-Tage“, gibt Ulrike Tammen zu bedenken.

Die einzelnen Aktionen seien regelmäßig mit hohem Aufwand verbunden: Vorbereiten, Anfahren, Organisieren, Abfahren, Ausladen – dieser Kreislauf kostet immer wieder Zeit.

Das Impfzentrum wird nicht reaktiviert

Personell sei mehr nicht möglich: „Auch für diese Menschen gilt das Arbeitsrecht“, betont die Kreisrätin. Deshalb erreiche man mit dem flächendeckenden Einsatz nicht die Impfzahlen wie in einem Zentrum. Die zentrale Einrichtung in Bassum hatte der Landkreis auf Anweisung des Landes vor zwei Monaten geschlossen. Eine Reaktivierung ist unwahrscheinlich: „Das Land hat sich da klar positioniert.“

Landrat Cord Bockhop erinnert an den Wunsch vieler Menschen, ein Impfangebot direkt vor Ort zu haben – und betont ausdrücklich: „Wir machen alles, was wir mit den vorhandenen Ressourcen schaffen können!“ Wobei die Strukturen, Örtlichkeiten und auch Klienten in den unterschiedlichen Kommunen unterschiedlich sind. Da müssten zunächst Erfahrungen gesammelt und Anpassungen vorgenommen werden. Der Landrat betont: „Wir wollen so passgenau wie möglich steuern!“

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