Eltern spielen Theater für ihre Kinder / Vorbereitungen begannen im August

Weihnachten statt Winterschlaf

Beim Kindergarten Sternenhimmel spielen die Eltern das Weihnachtstheater für ihre Kinder selbst. In diesem Jahr geht es um den kleinen Bären Boris, der noch nie Weihnachten gefeiert hat, weil er dann immer Winterschlaf hält. Fotos: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Die Rentiere haben gerade nicht so viel zu tun: Entspannt lungern Bilgen Can und Semra Yuncn auf dem Fußboden neben der Tür und warten auf ihr Stichwort. Sie sind Teil der Aufführung von „Boris, wach auf! Es ist Weihnachten!“ So heißt das Theaterstück, das die Eltern vom Kindergarten Sternenhimmel für ihre Kinder einstudiert haben.

Diese Theaterinszenierungen zur Vorweihnachtszeit sind im Sternenhimmel gelebte Tradition. „Wir machen das jetzt im 19. Jahr“, sagt Erzieherin Elke Tatje, die mit ihrer Kollegin Aldona Balcerek für Regie und „Bühnentechnik“ verantwortlich ist. Wobei sich die Bühnentechnik auf einen Lichtschalter und einen CD-Player beschränkt.

Das Stück ist zwar nur eine Dreiviertelstunde lang und hat lediglich acht Rollen. Trotzdem ist der Aufwand, der dahintersteckt, nicht zu unterschätzen. Seit August haben sich die Eltern regelmäßig einmal pro Woche zu den Vorbereitungen getroffen. Erstmal einen geeigneten Stoff finden: Die Wahl fiel in diesem Fall auf ein Bilderbuch von Katrin Grothusen und Dorothea Ackroyd. Bilderbücher haben aber nun mal keine Texte. Also mussten die Eltern für die Bildergeschichte ein Skript schreiben und das dann in Dialoge umsetzen. Kulissen mussten gemalt und Requisiten beschafft werden. Und dann waren da noch die eigentlichen Proben. Bei den Kostümen hatten die Theater-Eltern professionelle Unterstützung: „Eine unserer Mamas hat einen Kostümverleih“, erzählt Aldona Balcerek. „Ein paar der Kostüme hatte sie im Bestand, den Rest hat sie extra für uns genäht.“

Und die Kostüme sind für die Kinder der absolute Brüller. Mama Fuchs und ihr Kind gehen in müllabfuhrorangenen Overalls mit weißer Schwanzspitze und Puschelohren. Die Rentiere sind ganz in schwarz und haben zwei Gummihandschuhe als Geweih am Kopf. Und Bär Boris kommt als brauner wandelnder Plüschteddy daher.

Die Handlung: Boris hat noch nie Weihnachten erlebt. Als Bär geht er nun mal Ende Herbst in den Winterschlaf und wacht erst im Frühjahr wieder auf. Der kleine Fuchs Silvester verspricht ihm, ihn dieses Mal rechtzeitig aufzuwecken, damit Boris mit ihm zusammen Weihnachten feiern kann. So kommt es, dass Boris zum Retter der weihnachtlichen Bescherung wird. Denn der Weihnachtsmann hat Mist gebaut und ist mit seinem Schlitten zu schnell in eine Kurve gegangen, so dass er den Futtersack für seine Rentiere verloren hat. Und ohne Futter sind die jetzt zu schwach, um den Schlitten mit den Geschenken für die Kinder zu ziehen. Boris versorgt die Rentiere mit Futter aus der Bärenhöhle, und auch Mutter Fuchs teilt ihre Weihnachtseinkäufe. Aus Dankbarkeit schenkt der Weihnachtsmann allen ein Rentierglöckchen, und zum Abschluss singen alle gemeinsam Kling Glöckchen.

Dem Kindergarten geht es darum, in den Weihnachtsaufführungen Werte zu transportieren. Elke Tatje: „Es geht um Freundschaft, um das Halten von Versprechen, ums Teilen, und dass wir alle gegenseitig voneinander profitieren können.“

Einen Extra-Applaus gab es am Ende für Tabita Lehmann: Die Zwölfjährige trat in einer Nebenrolle als Mäuschen auf. „Vor ein paar Jahren hat sie noch selber hier im Publikum gesessen“, erinnert sich Elke Tatje. „Jetzt wollte sie unbedingt mitspielen und hat sich dafür extra vom Unterricht befreien lassen.“

Mitwirkende

Sandra Runge, Dennis Lehmann, Kristin Kröner, Annika Wiechmann, Tabita Lehmann, Bilgen Can, Semra Yuncn, Aldona Balcerek, Elke Tatje, Bettina Precht.

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