Wegen statistischer Überversorgung muss das Gymnasium Lehrer an die GTS abgeben

Zu viele Lehrer: Bis zum Sommer fällt der Sport aus

Syke - Von Michael Walter. Weil das Gymnasium zu viele Lehrer hat, fällt der Unterricht aus. Klingt verrückt, ist aber so. Ab Februar haben die Jahrgänge 8 und 10 für den Rest des Schuljahrs keinen Sportunterricht mehr.

Laut einer Verfügung des Kultusministeriums soll Schulleiter Claus-Dieter Lösche ab dem nächsten Halbjahr drei Lehrer an die GTS 2001 abstellen. Dort herrscht Lehrermangel, am Gymnasium dagegen eine Überversorgung. Und die ist so hoch, dass die einzelnen Lehrer gar nicht mehr alle Stunden, die sie geben müssen, im eigenen Haus ableisten können.

Das Dumme daran ist nur: Diese Überversorgung existiert lediglich auf dem Papier. „In Wirklichkeit haben auch wir ein hohes Fehl in einigen Bereichen“, sagt Lösche auf Nachfrage der Kreiszeitung. „Aber im Ministerium interessieren sie sich nur für die absoluten mathematischen Zahlen.“ Und die besagen eben eine statistische Lehrerversorgung von 106Prozent.

Wie kommt das? Lösche: „Wir haben zum Beispiel einen sehr großen Überhang an Deutschlehrern. Aber die unterrichten ja alle auch ein zweites Fach.“ Und weil es unter anderem an Lehrkräften für Sport, Französisch oder Geschichte mangelt, geben die namentlichen Deutschlehrer am Syker Gymnasium unter Umständen weitaus mehr Stunden in diesen anderen Fächern als in Deutsch. Wohingegen das Ministerium aber die volle Zahl der Deutschstunden berechnet, die diese Lehrer eigentlich geben könnten, wenn sie nicht in den Mangelfächern unterrichten würden.

Kompliziert? Es wird noch haariger: Nicht nur für das Gymnasium ist die vom Ministerium verfügte Abordnung dreier Lehrer ein Problem. An der GTS können sie diese drei Lehrer gar nicht voll beschäftigen. Mit GTS-Leiter Rainer Goltermann hat Lösche daher eine andere Regelung vereinbart, von der allerdings gleich fünf Mitglieder seines Kollegiums betroffen sind. Dadurch wäre der GTS am meisten geholfen und dem Gymnasium am wenigsten geschadet. Die Lücken, die diese Abordnungen im Stundenplan reißen, können weitgehend gestopft werden. Nur eben nicht im Sport.

Aber ist es denn nicht völlig widersinnig, die eine Baustelle zu schließen, indem man eine andere aufreißt? – „Natürlich ist das widersinnig“, sagt Lösche. Nur wehren können er und sein Kollegium sich dagegen nicht. „Wir sind Beamte und müssen das tun, was angeordnet wird. Die Einzigen, die Druck machen könnten, wären die Eltern.“

Rubriklistenbild: © dpa

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