Der Weckruf der Veränderung

Luise-Chevalier-Schule hat ihren Platz im Syker Schulsystem gefunden

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Die kommissarische Schulleiterin Petra Raue präsentiert das Logo der Luise-Chevalier-Schule.

Seit 15 Monaten firmiert die ehemalige Syker GTS jetzt als Grund- und Oberschule – mit dem neuen Namen „Luise-Chevalier-Schule“ und neuem Logo. Schwungvoll winden sich die Streifen unterschiedlicher Farben um einen gelben Punkt. Ein bisschen erinnert das Logo der Luise-Chevalier-Schule an den Pokal, den die Fußball-Weltmeister nach dem Titel in die Höhe stemmen. Für Petra Raue, die kommissarische Schulleiterin, steht fest: Der Schritt in die neue Form war auch für die Schule ein großer Gewinn.

Syke - „Wir sind schnell auf unseren gemeinsamen Weg gekommen“, betont die Rektorin. Sie lobt das herausragende Miteinander von Schülern aus niedrigen und höheren Jahrgängen – eben auch weit über die Grenzen der Schulformen hinaus. Als Beispiel nennt sie die „Patenschaften“, die die Schüler der neunten und zehnten Jahrgänge für die Grundschüler übernommen hätten. Raue: „Das fanden beide Seiten ganz toll.“

Ähnliches gelte für die Hausaufgabenhilfe oder die Unterstützung der Schüler aus dem Cafeteria-Profil beim Obstschnibbeln für die Grundschüler.

Umstrukturierung der Schule ein Glücksfall

Ein dickes Lob hat Raue aber nicht nur für die Mädchen und Jungen, sondern auch für das Engagement ihrer Kollegen. „Sie bringen ganz viele Impulse ein, auch die neuen Kollegen.“ Als großen Vorteil ihrer Schule sieht sie die „kurzen Wege“ zwischen Grund- und weiterbildender Schule. Was brauchen die Kinder in Klasse 4, um den Übergang in Klasse 5 gut zu schaffen? Die Antwort auf diese Frage falle leichter in einer Schule, deren Lehrkräfte auf beiden Seiten der Schulgrenzen tätig sind.

Die Umstrukturierung der Schule war aus Raues Sicht ein Glücksfall für die Einrichtung. „Ein Weckruf der Veränderung“, nennt es die kommissarische Schulleiterin. „Nach der Ära Goltermann hingen wir ein bisschen in der Luft.“ Selbstkritisch räumt Raue ein, als GTS habe man „zu spät auf Änderungen in der Schülerklientel reagiert“.

Handwerklicher Bereich spielt eine wichtige Rolle

Die neue Schulform hat man für umfassende Korrekturen genutzt. Längst spielt der handwerkliche Bereich wieder eine wichtigere Rolle, die „selbstständige Arbeit am Material“, sagt Raue. Der lange brachliegende Werkhof wurde reaktiviert. Der Bereich Berufsorientierung stehe wieder deutlich im Vordergrund. „Wir mussten uns neu positionieren. Diesen Weg verfolgen wir weiter.“

Das schwungvolle Logo, das eine Arbeitsgruppe um die damalige Lehrkraft Katrin Rötterink gemeinsam entwickelt hatte, soll das Ineinanderfließen der einzelnen Schulformen symbolisieren. „Darin finden wir uns alle wieder“, erklärt Raue.

Luise Chevalier - „Das passt“

Nicht nur das Logo, sondern auch den Namen haben die Verantwortlichen aus gutem Grund gewählt. „Viele Namen“, so betont Raue, hätten auf der Liste möglicher Namensgeber gestanden. Sie selbst hatte den US-Reformpädagogen John Dewey ins Gespräch gebracht. Doch der Vorschlag „Luise Chevalier“ von Henning Greve verfügte über einen Bezug zu Syke – und passte auch sonst. „Wir haben uns mit ihrer Biografie auseinandergesetzt“, schildert Raue, „und schnell gemerkt: Das passt.“

Ihr Leben lang sei Chevalier für Verständigung eingetreten. Sie habe dafür gelebt, dass Menschen unterschiedlicher Couleur friedlich miteinander leben. Ein Motto, wie gebacken für die „neue“ Schule: „Wir bringen viele Nationen unter ein Dach“, sagt Raue.

Info-Tafel über Namensgeberin Luise Chevalier

Für den Namen gab's indes nicht nur Lob. Nicht wegen der Person Luise Chevalier, sondern wegen des etwas sperrigen Namens. „Das kann ja kein Mensch aussprechen – gerade die Kleinen!“, gibt Raue einen Einwand wieder. Und gibt den Kritikern bis zum gewissen Grad Recht. „Die Identifikation mit Luise Chevalier ist uns noch nicht wie gewünscht gelungen“, räumt sie ein.

Eine Tafel mit den Lebensstationen Chevaliers soll künftig über die Namensgeberin informieren, auch im Unterricht soll sie künftig thematisch auftauchen. Ein weiterer Punkt auf einer langen To-do-Liste in der Schule, die ihren Platz im Syker Schulsystem bereits gefunden zu haben scheint.

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