Wolfsberater schließt es nicht aus

Wann ist ein Wolf ein Wolf? Land keine Sichtung in Syke bekannt

Syke - Von Marc Lentvogt. Siegfried Hoffmann hat uns am Wochenende von seinem „schönsten Ferienerlebnis“ berichtet, wie er es nennt: einer Begegnung mit einem Wolf. Der passionierte Walker, der sich seit mehr als 40 Jahren durch den Syker Wald bewegt, traf erstmals ein so „unwahrscheinlich schönes Tier“.

Damit einher ging „aber auch die Erkenntnis, der Wolf hat mein Walking-Gebiet im Syker Wald erreicht“. Lars Pump, Wolfsberater für das niedersächsische Umweltministerium, warnt hingegen vor voreiligen Schlüssen. Es sei nicht unüblich, dass Wölfe mit Hunden verwechselt werden. 

„Ich selbst würde mich auf 50 Meter schwertun, mit absoluter Sicherheit eine Entscheidung zu treffen.“ Jägern, die bereits häufiger mit den Tieren in Kontakt gekommen sind, traue er es auf geringe Distanz durchaus zu, aber eine Einzelsichtung eines Laien gelte im Ministerium noch nicht „als eindeutiger Nachweis“.

Wie aber erkennt das Land, ob sich ein Wolf durch bestimmte Regionen bewegt, was ist nötig für diesen Nachweis? Bekannte Rudel bei Barnstorf, im Heidekreis oder ein Paar in der Region Wildeshausen seien weder gechippt, noch besendert. Einzelne der bekannten Tiere nachzuverfolgen, sei nicht möglich.

Wolf in Syke nicht auszuschließen

Das bedeutet, dass ein durch Syke streifender Wolf nicht auszuschließen ist, so Pump. Im Frühling sei die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, da ein- bis zweijährige Wölfe das größer werdende Rudel zu dieser Zeit häufig verlassen, um sich einen eigenen Lebensraum zu suchen. Syke könnte dementsprechend eine Durchgangsstation gewesen sein, die das Tier – so es denn ein Wolf gewesen ist – mittlerweile über 100 Kilometer hinter sich gelassen hat.

Sicherheit, dass ein Wolf einen bestimmten Ort besucht hat, können „sehr gute Fotos oder DNA-Proben von gerissenen Tieren sein“, erläutert Pump. Gelegentlich haben die Wolfsberater auch Glück mit Aufnahmen einer Wildkamera, „aber das ist relativ selten und nicht jeder meldet die Sichtung“. 

Wolfssichtung soll gemeldet werden

Aus dem nördlichen Landkreis Diepholz sind Pump solche Fotos aktuell nicht bekannt. Ein vollständiges Bild könne sich mithilfe mehrerer Meldungen in einem ähnlichen Zeitraum, gegebenenfalls sogar mit einem Riss ergeben, „dann können sich plausible Bewegungsmuster erkennen lassen“.

Aufgeführt werden die Hinweise von den Wolfsberatern in einer Datenbank. Personen, die glauben einen Wolf gesehen zu haben, können Pump unter Telefon 04242/93 44 26 kontaktieren.

Angst, sich nun in die Wälder zu begeben, müsse laut Pump niemand haben. Dem Nabu zufolge wurden 2000 die ersten Wolfswelpen in Deutschland in Freiheit geboren. Seitdem habe es, so der Naturschutzbund, keine nachgewiesenen Fälle gegeben, in denen ein Wolf einen Mensch verletzt hat.

Rubriklistenbild: © dpa

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