Wandbild im Fußgängertunnel am Bahnhof fast vollendet

Syke in 200 Farbtönen

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Niklas Schwede hat gemeinsam mit seinen Sprayer-Freunden den Fußgängertunnel am Bahnhof gestaltet.

Syke - Von Michael Walter. Das Graffito im Fußgängertunnel am Syker Bahnhof ist fertig. Naja: Fast. „Der letzte Feinschliff fehlt noch“, sagt Niklas Schwede, der das 300m² große Wandgemälde mit seinen Freunden von der Sprayer-Gruppe RGW im Auftrag der Stadt angefertigt hat.

Immerhin ist es so weit fertig, dass die Stadtverwaltung gestern zum Pressetermin eingeladen hatte. Und Bürgermeisterin Suse Laue zeigte sich ebenso angetan wie Lars Brunßen vom städtischen Bauamt.

Es hat eine ganze Reihe von Ideen gegeben, wie man die im Lauf der Jahre doch reichlich heruntergekommene Unterführung aufhübschen könnte. Von Verputzen und Streichen bis zu aufmontierten Platten. Aber alle hatten einen entscheidenden Haken: „Letztlich wäre das alles doch nur wieder bekritzelt worden“, sagt Brunßen.

Und so fiel die Wahl auf ein Graffito. Denn es gibt so etwas wie eine Berufsehre unter den Sprayern: Man übersprüht die Werke anderer Sprayer nicht. Niklas Schwede: „Graffiti sind ja normalerweise eine sehr kurzlebige Angelegenheit. Aber solche legalen Auftragsarbeiten sind das, was am längsten bestehen bleibt. Da findet man zum Teil heute noch sogar Auftragsarbeiten aus den 90er Jahren.“

Das Wandgemälde ist auf beiden Seiten des Tunnels mit einer ruhigen Landschaft hinterlegt, durch die sich eine Eisenbahn schlängelt. Davor wirken als Blickfang mehrere große Teilflächen, die quasi wie Fotos oder Bilder aufgehängt sind. Sie zeigen Syker Motive.

„Wir haben einfach versucht, Charakteristika der Stadt festzuhalten“, sagt Schwede und zählt beispielhaft auf: „Den Bürgerbus, den Pingelheini, die Syker Bären,…“ Das Konzept ist mit dem Syker Ortsrat abgestimmt worden. Ein Feld ist noch frei. Was dort raufkommt, will der Graffiti-Künstler aus Bramstedt noch nicht verraten. „Das wird eine Überraschung.“

Schwede hat ähnliche Auftragsarbeiten bereits an der Bahnunterführung in Gessel oder bei der Barrier Feuerwehr ausgeführt. „Künstlerische Horizonterweiterung“ nennt er das. „Das ist schon etwas anderes als kreatives Ausleben, weil ich ganz klar nach Auftrag arbeite – zwar mit dem gleichen Medium, das ich auch für meine Kunst benutze. Aber man lernt bei jedem Motiv neu dazu.“

Palettenweise haben Schwede und seine Sprüher-Kollegen Farbe verbraucht. „Wir haben 200 verschiedene Farbtöne benutzt und von jedem etwa drei bis sechs Dosen benötigt.“

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