Mit den Waffen der Frau

Gymnasiasten bringen Aristophanes’ Komödie „Lysistrata“ auf die Bühne

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Zwiegespräch auf Waschmaschinen: Amélie Leclère (l.) als Athener Krieger Kinesias und Lena Maicher als Athenerin Leäna.

Syke - Von Frank Jaursch. Schleudergang im Parthenon: Waschmaschinen und Bügelbretter dominieren das Bühnenbild im Syker Theater. Der antike griechische Tempel und die modernen Requisiten bilden einen bewussten Kontrast: In der Aufführung von „Lysistrata“ geht es schließlich um die Waffen der Frau. Und damit sind nicht Besen, Wischmopp und Kochlöffel gemeint.

Im Mittelpunkt der antiken Komödie von Aristophanes steht vielmehr der Versuch der Griechinnen um die Titelheldin, ihre kriegslustigen Männer durch Liebesentzug zurück nach Hause zu bringen. Aber die Akteure des Kurses „Darstellendes Spiel“ haben das Kokettieren mit dem Rollenverständnis von Mann und Frau ganz bewusst eingearbeitet. Die Waschmaschinen sind Leihgaben der AWG.

Darum geht‘s: Krieg oder Sex

Wie klasse das auf der Bühne wirkt, können Besucher selbst erleben: am Montag um 19.30 Uhr ist die erste Aufführung, eine weitere beginnt am Dienstag um 9.40 Uhr. Am Freitagvormittag stecken die Elftklässler schon in ihren Kostümen. Und in ihren Rollen: Die letzten Tage vor der Premiere – und damit auch dieses Wochenende – stehen ganz im Zeichen der Proben.

Krieg oder Sex. „Schwert oder Lanze“: Darum geht’s bei Lysistrata. Nach Weihnachten haben die Jugendlichen unter Anleitung von Lehrerin Ines Lücke damit begonnen, sich mit dem Stück zu befassen. Der mehr als 2400 Jahre alte Klassiker besticht durch viel Wortwitz – und durch eine erstaunliche Schlüpfrigkeit. Sex als Thema, anzügliche Wortspiele: durchaus eine Herausforderung für die jungen Akteure.

Lehrerin bemerkt große schauspielerische Weiterentwicklung

„Man muss sich überwinden“, räumt Henrike Schmidt ein, die Darstellerin der Titelrolle. Denn der Überdruck in den Männerlenden wird auf vielfältige Art umschrieben, mal charmant verklausuliert, aber auch mal derbe und offensichtlich. Nicht so ganz leicht für Pubertiere.

Dass es den Schülern so schwerfällt, „damit hab ich nicht gerechnet“, sagt Ines Lücke. Aber die Lehrerin lobt den großen individuellen Fortschritt, den sie bei den schauspielerischen Leistungen bemerkt hat. Der Kurs habe sich in vertrauensvoller Umgebung „hervorragend entwickelt“.

Die Schüler haben weit mehr Aufgaben als das Spielen

„Darstellendes Spiel“ ist ein normaler Grundkurs. Beim Treiben auf der Bühne geht es also auch um eine Schulnote – das wissen die Schüler natürlich. Aber während der Aufführung rückt das total in den Hintergrund. Auch für Lücke. „Es ist sowieso schwierig, das Viele, was hier geleistet wird, in einer Ziffer auszudrücken.“

Die Schüler spielen nicht nur, sie gestalten auch Plakat und Programmheft und sorgen für die Werbung. „Die geben unbeschreiblich viel.“ Und all das in ihrem vorletzten Schuljahr, in dem auch schon die ersten Noten fürs Abi gesammelt werden.

Nervös? Henrike Schmidt lacht. „Noch geht’s.“ Aufregung und Vorfreude halten sich bei ihr noch die Waage.

Karten gibt es für vier Euro (ermäßigt drei Euro) am Montag in den Schulpausen in der Pausenhalle des Gymnasiums oder bei der Buchhandlung Schüttert in Syke.

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