Seit 22 Jahren beim Wacken Open Air Festival dabei

„Heavy Metal wie eine Religion für mich“

Sein Kastenwagen dient Jochen Oentrich in diesen Tagen als Schlafstätte: Der Wachendorfer ist auch in diesem Jahr wieder im schleswig-holsteinischen Wacken – als Teil des „Wacken Open Air“.
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Sein Kastenwagen dient Jochen Oentrich in diesen Tagen als Schlafstätte: Der Wachendorfer ist auch in diesem Jahr wieder im schleswig-holsteinischen Wacken – als Teil des „Wacken Open Air“.

Wachendorf - Von Dieter Niederheide. Jochen Oentrich (50) ist am Dienstagabend wieder, wie seit nunmehr 22 Jahren, abgetaucht in die ihm eigene musikalische Welt. Er ist einer von 80000 Metal-Fans, für die seit gestern das Dorf Wacken in Schleswig-Holstein das Heavy-Metal-Paradies ist.

Bis Sonntag ist Oentrich Teil der großen Fangemeindezu Gast in „Heavy Metal Town“ beim weltgrößten Metal-Festival. In diesem Jahr gibt es ein Jubiläum: Das Wacken Open Air (WOA) steigt zum 25. Mal. Da muss man als absoluter Metal-Fan dabei sein, ist Jochen Oentrich. Es treten mehr als 100 Bands auf.

Kurz vor der Abfahrt sitzt Jochen Oentrich während des Gesprächs mit unserer Zeitung in dem Kastenwagen, den er sich als Schlafstätte eingerichtet hat. Wer Gast sein darf in seiner Wohnung auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Anwesen in Wachendorf-Neddernheide, dem wird sofort klar: Mehr Metal geht kaum noch.

Darauf deuten nicht nur die 300 runde Bildscheiben sowie die vielen CDs und DVDs von den Bands, die er erlebt und gehört hat, hin. Sorgsam hat der Musikfan die Erinnerungsstücke in Reih und Glied an den Wänden angebracht.

An einer anderen Wand hängen Deko-Gitarren, eine hat er beim WOA gekauft. Sorgsam hat er die Eintrittskarten von allen Metal-Konzerten – selbstverständlich ist er nicht nur Wacken-Fan – in einem Album aufbewahrt. „Das sind für mich Erinnerungen, für manch anderen schon begehrte Tauschobjekte“, sagt er, der seit der Schülerzeit dem Metal verfallen ist. Der Hauptfeuerwehrmann hält viel von dem berühmten Festival: „Man trifft Leute aus aller Welt – und alle wollen nur das eine: die Musik. Man sieht sich jedes Jahr an irgendeiner Bierbude, beim Essen oder sonst wo auf dem Riesengelände.“

Jochen Oentrich schätzt das friedliche Miteinander aller, Streitereien hat er noch nie erlebt. Von den Bands, die in diesem Jahr auftreten, werde er wohl 30 direkt vor der Bühne live erleben. Seine Lieblingsgruppe ist die britische Band „Motörhead“, an zweiter Stelle liegt für ihn die Black-Metal-Gruppe „Bathory“ aus Schweden, die allerdings nicht mehr live spielt.

„Ich freue mich auf die Musik, die Bands und die vielen netten Menschen, die ich seit Jahren treffe, manche kommen auch aus der Region“, sagt Oentrich.

Wichtig ist es für den Wachendorfer, der auch im Bürgerverein sowie im Freizeit- und Gemeinschaftsverein seiner Heimat aktiv ist, für ausreichend Schlaf zu sorgen. Trotz aller musikalischen Vielfalt sowie dem Drumherum auf dem Festival-Gelände und den Camping-Plätzen.

Wie hat sich seiner Erfahrung nach das WOA-Festival entwickelt? „Beim ersten Mal bin ich mit dem Motorrad da gewesen, es fand in einer Sandkuhle statt – mit etwa 1000 Leuten. Die Veranstalter haben im Laufe der Jahre das Metal-Festival langsam und vernünftig zum Großereignis aufgebaut.“

Inzwischen wird Jochen Oentrich einige seiner bevorzugten Metal-Musikstücke wie „Bring me the Night“ (Over kill), „Ace of Spades“ (Motörhead) oder „Man datory Suicidi“ (Slayer) gehört haben.

Am Ende des Gesprächs in seinem rollenden Metal-Hotel bekundet Jochen Oentrich seine uneingeschränkte Hingabe für die härtere musikalische Gangart: „Ich bin eben ein absoluter Fan von Heavy Metal. Das ist wie eine Religion für mich.“

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