Wachendorfer Chronik so gut wie komplett

Geschichte eines wachen Dorfes

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Ihr großes Projekt steht vor der Vollendung: Käthe Bobrink (v.l.), Hubert Schulten, Werner Köhler und Manfred Hänjes haben acht Jahre lang an der Wachendorfer Ortschronik gearbeitet. Am 19.Dezember wird das 400 Seiten starke Werk im Wachendorfer DGH feierlich der Öffentlichkeit präsentiert.

Von Frank Jaursch. Das Zimmer unterm Dach des Kindergartens Tom Sawyer strahlt Behaglichkeit aus. Holztäfelungen an den Dachschrägen, eine Sitzgruppe in der Ecke. „Dies ist mein altes Schlafzimmer“, sagt Hubert Schulten und schmunzelt.

Von 1966 bis zur Schließung 1973 leitete Schulten die Wachendorfer Dorfschule. So wurde er selbst ein Teil der Dorfgeschichte. Just in der einstigen Lehrerwohnung im ehemaligen Schulgebäude entstand nun in acht Jahren ein Buch, das die facettenreiche Geschichte des Ortes umfassend festhält: die Wachendorfer Dorfchronik.

Hunderte Fotos, tausende Informationen, zahlreiche Anekdoten und ungezählte Stunden Arbeit stecken in dem 400 Seiten starken Buch mit dem Titel „Geschichte eines wachen Dorfes“, das am Sonnabend, 19.Dezember, der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Ab 15 Uhr gibt es im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus eine Feierstunde mit einer Lesung.

Die historische Entwicklung des Ortes vom 13. Jahrhundert bis heute findet ausführlich Erwähnung; einigen Themenbereichen wie Landwirtschaft oder Schule sind eigene Kapitel gewidmet. Der wohl größte Aufwand steckt im Komplex „Höfechronik“: Alle Wachendorfer Adressen sind dort vermerkt – mit möglichst ausführlicher Geschichte des Hauses und seiner Bewohner. Hunderte Gespräche führten die Mitarbeiter des Projektes.

Was im Jahr 2007 als Idee des Bürgervereins begann, ist für vier Wachendorfer in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Teil des Lebens geworden: Nahezu täglich trafen sich Käthe Bobrink, Hubert Schulten, Werner Köhler und Manfred Hänjes in diesem Jahr unterm Tom-Sawyer-Dach. Ihre Mission: die Flut an zusammengetragenen Informationen sortieren und in Form bringen.

An diese Informationen zu kommen, stellte sich als zum Teil durchaus mühsam heraus. „Vieles kam nur zögerlich“, erinnert sich Köhler. Doch die Beharrlichkeit der Macher zahlte sich aus. Nun gibt es Fotos aus drei Jahrhunderten, Berichte von Zeitzeugen, ungewöhnliche Erlebnisse und prägende Geschichten rund um Wachendorf.

Für so eine Ortschronik wurde es höchste Zeit. Mehr noch: „Eigentlich hätten wir früher anfangen müssen“, sagt Werner Köhler. So mancher Zeitzeuge mit unschätzbar vielen Informationen sei inzwischen verstorben. Und auch „die letzten Weltkriegs-Veteranen hätten sicher diese Chronik gern noch erlebt“, ist sich Schulten sicher. Sie sind im vergangenen Jahr gestorben. „Ein Jammer.“

Als Lektüre empfiehlt das emsige Quartett das Werk aber allen, die in Wachendorf wohnen – Neubürgern und Alteingesessenen. Und natürlich auch jenen, die dort einmal gewohnt haben. 29 Euro kostet die Chronik – Sponsoren und der Bürgerverein haben den niedrigen Preis ermöglicht.

„Das ideale Weihnachtsgeschenk“ wird auch am 20.Dezember, einen Tag nach der Präsentation, von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17Uhr im DGH verkauft. Vorerst produziert die Stuhrer Druckerei Wortart 400 Exemplare von dem Meisterstück.

Und die vier Macher? Werden sich ein neues Steckenpferd suchen müssen – oder endlich Zeit haben für andere, lange vernachlässigte Dinge. Und vielleicht mit Stolz und ein bisschen Wehmut auf ihr 400 Seiten dickes „Baby“ blicken.

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