Diskussion im Bauausschuss

Baugebiet In den Dänen: Auf der Suche nach Alternativen

Syke - Von Michael Walter. Was wiegt schwerer: die Perspektive, auch in Zukunft Bauplätze in Wachendorf ausweisen zu können, oder das Schutz- und Ruhebedürfnis der Anwohner? Mit dieser Grundsatzfrage mussten sich der Wachendorfer Ortsrat und der Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung beschäftigen.

Stein des Anstoßes ist die Straße In den Dänen in Wachendorf. Gut ein halbes Dutzend Häuser steht entlang dieser rund 800 Meter langen Stichstraße. Ein paar mehr könnten es werden, denn es gibt Lücken zwischen der Bebauung. Jedoch: Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet ein weißer Fleck, Bauen ist nicht erlaubt. Verwaltung und Politik möchten das ändern und die Grundstücke entlang der Straße als Wohngebiet ausweisen. Damit würde nicht nur der Bestandsschutz für die vorhandene Bebauung stärker als bisher gewährleistet sein, sondern die Eigentümer könnten ihre Häuser auch erweitern – was derzeit nicht erlaubt ist.

Doch die wollen das anscheinend gar nicht. Zumindest ein Teil von ihnen wehrt sich gegen diese Änderung. Sie fürchten Schäden an ihrer Bausubstanz, etwa durch Erschütterungen des Bodens oder unkontrolliert ablaufendes Regenwasser.

„Ein Flächennutzungsplan regelt weder die Parzellierung der Grundstücke noch die Entwässerung“, warf Stadtplaner Wolfram Schneider ein. „Das wären Inhalt und Aufgaben eines Bebauungsplans“ – für den ein existierender Flächennutzungsplan aber die Voraussetzung wäre. „Ich sehe die Aufgabe des F-Plans darin, aufzuzeigen, an welchen Stellen eine weitere Entwicklung möglich wäre“, so Schneider. Sein Vorschlag: Den F-Plan-Entwurf auslegen und sehen, welche Reaktionen dazu kommen.

Heftige Kritik von den Grünen

Heftige Kritik musste er sich dafür von den Grünen anhören. Es gebe jetzt schon Einwände gegen den Entwurf, hielt ihm Natascha Grossbach entgegen. Es gebe außerdem durchaus andere Möglichkeiten, ortskernnah in Wachendorf zu bauen.

Die gebe es in Wachendorf gerade nicht, betonte Ortsbürgermeister Jochen Harries. Diese vermeintlichen Alternativen habe der Ortsrat bereits im Vorfeld des aktuellen F-Plan-Entwurfs gemeinsam mit der Stadtverwaltung ausgeschlossen. Es gehe nicht darum, jetzt schnell ein Baugebiet aufzulassen, sondern eine grundsätzliche Möglichkeit für die nächsten 10 bis 15 Jahre zu schaffen.

Das sei kein Argument, sich über naturschutzrechtliche Aspekte hinwegzusetzen, erwiderte Grossbach und sprach damit die Waldrandlage und den weitgehend unberührten Moorboden an. Grossbach drohte mit gerichtlichen Klagen der Naturschutzverbände, sollte die Stadt das Gebiet als Wohnfläche ausweisen.

Der Ortsrat hatte kein Entscheidungsrecht in dieser Frage, sondern musste nur dazu gehört werden. Der Bauausschuss sprach sich mit 7:2 für eine Ausweisung im F-Plan aus. Die Entscheidung trifft der Rat der Stadt.

Rubriklistenbild: © Köhnken

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