Wachendorf: Eisenbahnaufsicht setzt VGH die Pistole auf die Brust

Neuer Bahnhof muss sein

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Einer von vielen Gründen, warum die Aufsichtsbehörde beim Wachendorfer Bahnhof in Zukunft kein Auge mehr zudrücken will: Bahn und Autos können sich sehr nahe kommen.

Wachendorf - Von Michael Walter. Weil es die Aufsichtsbehörde für den Eisenbahnverkehr so will, braucht Wachendorf einen neuen Bahnhof. Darüber informierte die VGH als Betreiber der Bahnstrecke zwischen Syke und Hoya am Montag Abend im DGH den Wachendorfer Ortsrat.

Mit der Bahnstrecke ist es im Prinzip wie mit einer Straße: Auch wenn derzeit fast nur der Kaffkieker dort fährt, ist sie ein öffentlicher Schienenweg, und jede Bahngesellschaft, die das will, darf darauf fahren. Und damit sie das auch kann, muss die VGH als Betreiber die technischen Voraussetzungen schaffen.

„Die Aufsichtsbehörde hat uns aufgefordert, die Bahnübergänge auf den Stand der Technik zu bringen“, erklärte Betriebsleiter Christian Schröder jetzt im DGH. Das bedeutet, die VGH muss an allen wichtigen Straßen mit ungesicherten Bahnübergängen Signalanlagen bauen. Allein in Wachendorf drei Stück: Am Kirchberg, Im Dorfe und an der Wachendorfer Straße Richtung Süstedt.

Der Bahnübergang Im Dorfe macht dabei Probleme, denn unmittelbar daneben liegt der Bahnhof. Der Bahnsteig wäre im Weg. Die Zuwegung müsste verlegt werden. Eingriffe auf Privatgrundstücke wären die Folge. Außerdem müssten Absperrungen und Zäune zum Gleisbett gezogen werden. Und dass dort Pkw-Stellplätze direkt an die Gleisanlagen grenzen, sei der Aufsichtsbehörde schon lange ein Dorn im Auge, so Christian Schröder.

Auch wenn es den knapp 30 Zuhörern im DGH schwer verständlich zu machen war, warum jetzt plötzlich nicht mehr gehen soll, was seit 1899 nie ein Problem gewesen ist: „Wir kommen da nicht drumrum“, betonte Schröder.

Zwei Möglichkeiten stehen zur Wahl: Entweder verlegt man den Bahnsteig rückwärts in Richtung alter Ladestraße. „Das macht aber eigentlich keinen Sinn.“ Oder man verlegt ihn auf die andere Straßenseite Richtung Glockenturm. Das wäre die Variante, mit der die VGH zurzeit auch plant. Schröder zeigte Skizzen von knapp 50 Metern Bahnsteig und entsprechenden Zuwegungen. Die Kosten wären im Gesamtpaket mit den Signalanlagen enthalten und lägen bei 180000 Euro, die sich VGH, Landkreis und Land teilen müssten.

Die Wachendorfer halten diese Lösung nur für die zweitbeste. Tenor: Wo ein Haltepunkt für die Bahn hinkommt – egal ob rein touristisch oder nicht – werden zwangsläufig auch Parkplätze kommen. Und dann wäre die Glockenturm-Wiese hin.

Als für sie weit sinnvollere Alternative brachten sowohl die Zuhörer als auch der Ortsrat eine dritte Möglichkeit ins Gespräch: Den neuen Bahnhof noch einige hundert Meter weiter zwischen DGH und Rosarium zu bauen. Argument: Erstens wären das die Orte, wo Leute hinwollen, wenn sie nach Wachendorf kommen. Zweitens wären das die Orte, die am besten erreichbar wären, wenn Leute mit der Bahn aus Wachendorf wegwollten. Und dort gäbe es genügend Parkplätze.

Schröder sagte, grundsätzlich wäre es möglich, den Bahnhof auch dort zu bauen. Er musste jedoch einräumen, die VGH hätte diese Möglichkeit noch gar nicht in Betracht gezogen.

Der Ortsrat bat die VGH, darüber nochmal intensiv nachzudenken.

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