Vorwerk zeigt gemeinsame Ausstellung aller Kühl-Preisträger

Stilistische Vielfalt auf kompaktem Raum

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Waltraud Krieghoff, Nicole Giese, Bernd Wagemann und Ralf Vogeding bei einem Rundgang durch die Ausstellung.

Syke - Von Michael Walter. Es ist eine doppelte Premiere: Zum ersten Mal stellen alle Preisträger der Werner-Kühl-Stiftung gemeinsam aus, und zum ersten Mal ist das Vorwerk Forum für die Kühl-Preisträger. Morgen um 12 Uhr eröffnet diese Überblick-Ausstellung unter dem Namen „Preisgekrönt – 15 Jahre Werner-Kühl-Preis“.

Die Werner-Kühl-Stiftung wurde 1999 von Kühls Tochter Waltraud Krieghoff und ihrem Mann Lothar ins Leben gerufen. Ihr Zweck ist es, das künstlerische Andenken des Syker Malers zu bewahren und jungen Künstlern aus der Region eine Starthilfe zu geben. Dazu hat die Stiftung den mit 5000Euro dotierten Werner-Kühl-Preis ausgelobt, der alle zwei Jahre vergeben wird.

Alle acht bisherigen Preisträger stellen jetzt im Vorwerk aus. Hinzu kommt ein Raum mit Werken von Werner Kühl selbst.

Die Preisträger zeigen dabei nicht nur die Bilder, die sie seinerzeit als Wettbewerbsbeiträge eingereicht hatten, sondern auch ausgewählte Werke, die in der Zeit danach entstanden sind. „Einige sind ihrer bisherigen Linie treu geblieben, andere haben sich stilistisch sehr stark verändert und weiterentwickelt“, beschreibt Vorwerk-Kuratorin Nicole Giese. Das Ergebnis ist eine überaus sehenswerte Ausstellung, die auf kompaktem Raum eine außerordentliche Vielfalt bietet.

Mischtechniken auf Holz wechseln sich ab mit Graphit-Zeichnungen, Ölgemälde mit Pastell- und Acrylfarben. Dichte, detailstrotzende Traumvisionen prägen den einen Raum, im nächsten dominieren auf die reine Oberfläche reduzierte Bilder.

Werner Kühl hätte wahrscheinlich seine Freude daran. Schließlich zeichnet sich sein eigenes Oeuvre ebenfalls durch einen großen Facettenreichtum aus. Und dabei ist er nur 38 Jahre alt geworden. Er kam während des Zweiten Weltkriegs im Juli 1944 an der Ostfront bei Grodno ums Leben. „Man kann nur spekulieren, was da vielleicht noch alles gekommen wäre“, sagt Waltraud Krieghoff.

Ganz bewusst gibt die Wettbewerbsjury keine stilistischen Vorgaben. Bedingung für die Teilnahme ist: Der Künstler darf nicht älter als 40 sein und der Beitrag muss ein Bild sein. Ob Gemälde, Grafik oder Collage ist egal. Die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Stiftungsbeirats, entscheidet nach den Kriterien Professionalität, Idee und handwerkliche Umsetzung.

Etwa 20 bis 30 Bilder werden gewöhnlich für einen Wettbewerb eingereicht. Ursprünglich mussten die Künstler ihre Bilder im Original in Syke abliefern. Inzwischen reicht – zumindest am Anfang – eine E-Mail mit einem Foto. Erst wenn die Jury aus allen Einsendungen einige in die engere Wahl gefasst hat, sieht sie sich die Bilder im Original an.

„Wir beurteilen blind“, sagt Waltraud Krieghoff. „Kein Jury-Mitglied weiß, welche Person sich hinter welchem Bild verbirgt.“ Den Sieger kürt die Jury quasi im Ausscheidungsverfahren. Mitglied Ralf Vogeding: „Das sind immer mehrere Diskussionsrunden, bis am Ende ein Bild übrig bleibt.“ Und Jury-Mitglied Bernd Wagemann ergänzt: „Da sind auch schon mal die Fetzen geflogen, wenn man sich gar nicht einig werden konnte.“ Waltraud Krieghoff: „Bislang sind wir damit immer ganz gut gefahren. Jedenfalls sind wir noch nie auf eine Küchenmalerin reingefallen.“

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